Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Senioren und Internet: Mit Unterstützung geht ein Drittel online

ZÜRICH (eb). Nur rund 40 Prozent der Personen über 65 Jahren nutzen das Internet, wie eine Studie der Uni Zürich zeigt. Entscheidend für die Nutzung ist die Internetnutzung des sozialen Umfelds.

Senioren und Internet: Mit Unterstützung geht ein Drittel online

Einen großen Einfluss auf die Internet-Affinität von Senioren hat das soziale Umfeld. © bilderbox / fotolia.com

Studienleiter Hans Rudolf Schelling und Alexander Seifert vom Zentrum für Gerontologie haben in einer Studie untersucht, wie ältere Menschen Internet-Angebote nutzen, welche Bedürfnisse und Befürchtungen sie haben und was viele Ältere abhält, online zu gehen.

Wie die Studie zeigt, sind rund 40 Prozent der über 65-Jährigen Onliner, das heißt, sie haben das Internet in den letzten sechs Monaten mindestens einmal genutzt. Etwa 60 Prozent sind Offliner und benutzen das Internet nicht. "Je höher das Alter, desto geringer ist die Internetnutzung", so Schelling. Bei den 65- bis 69-Jährigen benutzen 58 Prozent das Internet, bei den 70- bis 74-Jährigen ist es immer noch die Hälfte. Bei den über 85-Jährigen wagen sich dagegen nur 8 Prozent ins Web.

Ältere Menschen brauchen das Internet hauptsächlich, um mit anderen Menschen zu kommunizieren (88 Prozent). An zweiter Stelle wird es als Service-Infrastruktur genutzt, mit der Fahrpläne abgerufen, Reisen geplant und Informationen über Ämter, Behörden sowie zu Gesundheitsthemen gesucht werden. Weniger als die Hälfte der Onliner in dieser Altersgruppe liest im Internet Zeitungen oder Zeitschriften, benutzt Internet-Banking oder kauft und verkauft Waren. Eine geringe Rolle spielt das Internet als Unterhaltungsmedium.

Für die Offliner scheinen die Nutzung zu kompliziert zu sein (71 Prozent) und der Aufwand für das Erlernen zu groß (60 Prozent). Zudem haben sowohl On- als auch Offliner große Bedenken bezüglich Datensicherheit und Internetkriminalität (60 Prozent). Die Kosten für Hardware und Internetzugang sind nur für ein Drittel der Offliner ein Hinderungsgrund, wobei zwei Drittel jedoch überhaupt nicht bereit sind, fürs Internet Geld auszugeben.

Wie die Forscher herausgefunden haben, ist die Internetnutzung des unmittelbaren sozialen Umfelds entscheidend für die eigene Nutzung. Wer Lebenspartner, Geschwister und Freunde in der gleichen Generation hat, die etwa per E-Mail kommunizieren, ist dem neuen Medium gegenüber meist positiv eingestellt und verwendet es auch. Auch für die Aneignung der Internetkenntnisse scheint die Unterstützung im eigenen Haushalt am besten geeignet, sowie Kurs- und Unterstützungsangebote durch Jugendliche oder Gleichaltrige.

Die Autoren haben insgesamt Daten bei 1105 Personen ab 65 Jahren in allen Sprachregionen der Schweiz im Auftrag von Pro Senectute Schweiz erhoben.

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