Ärzte Zeitung online, 11.03.2010

Die Betten neu ausrichten? - Neue Erdmagnetische Karte von Deutschland

HANNOVER (eb). Das Erdmagnetfeld, nach dem sich die Kompass-Nadel ausrichtet, wird durch magnetische Störkörper im Untergrund geringfügig verändert. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik zeigt auf einer neuen Karte die Anomalien des erdmagnetischen Totalfeldes.

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Magnetik-Karte von Deutschland. © LIAG, Hannover 2010

Die Anomalien weisen Werte zwischen -700 nT (Nano-Tesla, Maß für Stärke des Magnetfelds) und +1200 nT auf und sind damit um ein Vielfaches kleiner als das normale erdmagnetische Totalfeld, welches hier bei etwa 49000 nT liegt und überall präsent ist. Es braucht also niemand sein Bett wegen der Anomalien und wegen des Magnetfeldes überhaupt zu verschieben.

Die neue Karte wird für die geowissenschaftliche Grundlagenforschung benötigt, denn die dargestellten Anomalien haben ihren Ursprung im Gestein der Erdkruste, so dass sie in enger Beziehung zu geologischen Strukturen stehen. Auch Energieversorger und Erzsucher haben an dieser besonderen Übersichtskarte Interesse. Und schließlich die Ornithologen der Universität Frankfurt, sie ließen sich schon frühzeitig Kartenausschnitte für ihre Forschungsarbeiten zum Zug von Vögeln geben. Indirekt wird die Karte auch die Kenntnisse über die Tiefe Geothermie erweitern können, denn die Curie-Temperatur von etwa 580 Grad stellt eine Art Obergrenze für die Magnetisierbarkeit von Gesteinen dar, die etwa in 25 km Tiefe liegt. Sie birgt damit die Chance, Informationen über den Wärmefluss aus der Erde zu gewinnen.

Weitere Informationen zur erdmagnetischen Karte finden Sie auf der Homepage des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik

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