Ärzte Zeitung online, 12.03.2010

Angeln steigert Lebensqualität für Menschen mit Behinderung

BERLIN (eb). Angeln kann zur Integration von Menschen mit körperlichem Handicap beitragen. Wissenschaftler aus Berlin belegen in einer Studie die wesentliche Bedeutung des Angelns für Menschen mit Behinderung.

Die Forscher fanden heraus, dass das Angelhobby für Angler mit körperlicher Schwerbehinderung einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsschärfung und zur sozialen Integration leistet. Dafür wurden rund 1000 in Angelvereinen organisierte Angler, darunter 347 Menschen mit Schwerbehinderung, in einer schriftlichen Umfrage nach dem beim Angeln erfahrenen Nutzen sowie nach Hemmnissen befragt.

Das Ergebnis: Angeln spielt für Menschen mit Schwerbehinderung eine größere Rolle für die persönliche Weiterentwicklung und die soziale Integration als für Menschen ohne Schwerbehinderung. So hilft ihnen diese Freizeitbeschäftigung, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen und sich durch die Ausübung der im freien Gelände körperlich anspruchsvollen Tätigkeit selbst zu verwirklichen.

Unabhängig von der Existenz einer körperlichen Schwerbehinderung waren sich aber alle Befragten in ihren Zielfischarten einig: Am liebsten wird auf Karpfen, Hecht und Aal geangelt. Ungenügende Fangmöglichkeiten ärgern alle Angler gleichermaßen (Leisure Sciences 32, 2010, 55).

Nebst vielfältigem Nutzen erfahren Angler mit Behinderung aber auch zahlreiche Hemmnisse, die ihre Angelhäufigkeit beschränken. Insbesondere schwierige Zugänge zu Gewässern, das Fehlen einer geeigneten Begleitung sowie mangelnde Gesundheit waren wichtige Gründe für eine reduzierte Angelaktivität. Weil man meistens darauf angewiesen ist, gut erschlossene Gewässer zu nutzen, ist die Gewässerauswahl vor allem in Bundesländern mit vielen unwegsamen Naturseen für Menschen mit Handicap eingeschränkt.

Zum Abstract der Originalpublikation "Benefits and constraints of outdoor recreation for people with physical disabilities: inferences from recreational fishing"

Topics
Schlagworte
Panorama (30488)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »