Ärzte Zeitung online, 16.03.2010

Ägypter sorgen sich um Mubaraks Gesundheit

KAIRO (dpa). Das ägyptische Staatsfernsehen hat am Dienstag erstmals Aufnahmen veröffentlicht, die Präsident Husni Mubarak (81) im Heidelberger Universitätsklinikum zeigen. Dort hatte sich das ägyptische Staatsoberhaupt am 5. März die Gallenblase entfernen lassen.

Die Aufnahmen zeigen Mubarak sitzend im Bademantel, während er sich mit Klinikdirektor Professor Markus Büchler und einem weiteren Arzt unterhält. In Ägypten kursiert seit Tagen das Gerücht, Mubarak sei gestorben. Eine Sprecherin der Klinik sagte am Dienstag: "Es geht ihm gut."

Die Sorge um Mubaraks Gesundheitszustand ist auch deshalb so groß, weil die Nachfolgefrage ungeklärt ist. Mubarak, der seit 1981 Präsident Ägyptens ist, hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger Anwar al-Sadat keinen Vizepräsidenten benannt. Für die Dauer seines Aufenthaltes in Deutschland hatte er die Amtsgeschäfte Ministerpräsident Ahmed Nazif übertragen.

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Mubarak bei der für 2011 vorgesehenen Präsidentschaftswahl nicht wieder antreten will. Als möglicher Nachfolger wird zwar seit Jahren immer wieder sein Sohn Gamal genannt. Doch ist unklar, ob diese Lösung vom Militär und von der Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung akzeptiert würde. Mehrere Oppositionsparteien hatten in den vergangenen Wochen den ehemaligen Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed al-Baradei als möglichen Kandidaten für das Amt des Präsidenten ins Spiel gebracht.

Topics
Schlagworte
Panorama (30367)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »