Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 18.03.2010

Viagra® zum Nulltarif für US-Staatsbedienstete

WASHINGTON (dpa). Der US-Bundesstaat Virginia schreibt rote Zahlen, hat aber Geld genug für eine kleine blaue Pille. Wie die Washingtoner Zeitung "The Examiner" berichtete, sollen Staatsbedienstete das Erektionsmittel Viagra® weiter kostenlos auf Rezept erhalten, während in anderen Bereichen der Rotstift angesetzt wurde.

Um eine Vier-Milliarden-Dollar-Lücke im Haushalt zu schließen, gab es Kürzungen bei der Bildung und Gesundheitsfürsorge - Vorstöße zur Streichung der Mittel für Viagra® scheiterten jedoch. "Großartige Nachricht für alternde Regierungsmitarbeiter", schrieb der "Examiner", und auch Blogger spöttelten "Viva Viagra®" - das stammt aus einem amerikanischen TV-Werbespot für das Mittel.

Virginia steht nach Angaben des Blattes nicht ganz alleine da: Auch in Maryland und der Bundeshauptstadt Washington wird Bediensteten eine Krankenversicherung angeboten, die ebenfalls Aufwendungen für die blaue Pille und andere ähnliche Medikamente gegen Erektionsstörungen abdeckt. Im Dezember hatte sich der damalige demokratische Gouverneur von Virginia, Tim Kaine, dafür eingesetzt, angesichts der strikten Sparmaßnahmen mit der bisherigen Praxis Schluss zu machen. Im staatlichen Kongress fand der entsprechende Vorstoß aber keinen Anklang.

Der "Examiner" wollte herausfinden, welche Kongressabgeordneten sich für die Abgabe von Viagra® auf Kosten der Steuerzahler stark gemacht hätten - "aber die meisten antworteten nicht auf Telefonanrufe". Ein Trost für alle Empörten: Auch Staatsbedienstete können das Mittel nicht unbegrenzt kostenlos schlucken. In Maryland etwa gibt es maximal alle drei Monate 18 Pillen auf Rezept, und auch in Virginia ist die Ausgabe beschränkt.

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