Ärzte Zeitung online, 23.03.2010

Tragbares Gerät testet Alkoholgehalt in Sekunden

KARLSRUHE (dpa). Es ist leichter als eine Kiste Bier, aber seine Erkenntnisse wiegen schwerer: Karlsruher Wissenschaftler haben ein tragbares Gerät entwickelt, das in Sekundenschnelle den Alkoholgehalt eines Getränkes ermitteln kann.

"Man steckt einen Schlauch in das Getränk, die Flüssigkeit wird in den Apparat gepumpt, mit Hilfe von Infrarot-Strahlen analysiert und nach 30 Sekunden erscheint das Ergebnis auf dem Display", sagte Dirk Lachenmeier, Laborleiter des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe (CVUA) auf Anfrage.

Das CVUA hatte das von einer Karlsruher Firma entwickelte Gerät erstmals getestet. Diese kann es nun etwa an kleinere Betriebe und Weinbauern verkaufen, die auf den Etiketten ihrer Spirituosen und ihres Weines den Alkoholgehalt angeben müssen.

Bei dem Verfahren werden Infrarot-Strahlen durch die Flüssigkeit gelenkt. Die Ethanol-Moleküle im Alkohol schwächen die Strahlung ab. "Ihre Absorption ist proportional zum Alkoholgehalt", erklärte Lachenmeier. In anderen Worten: Je schwächer die Infrarot-Strahlung wird, desto mehr Alkohol enthält das getestete Getränk (Chemistry Central Journal 2010, online).

Im Vergleich zu einem Labor-Spektrometer, das gleich schnell und mit der gleichen Methode arbeitet, sei das Gerät deutlich handlicher und etwa "um den Faktor zehn" billiger, sagte Lachenmeier. Ein großes Laborgerät koste um die 60 000 Euro. Außerdem liefere der kleine Apparat seine Ergebnisse erheblich schneller als die konventionellen chemischen Methoden. Konventionelle Untersuchungen im Labor könnten bis zu zwei Stunden dauern.

Neben dem Einsatz bei kleinen Produzenten von Wein und Spirituosen sei ein Einsatz auch in Entwicklungsländern denkbar. Dort existieren zahllose illegale Brennereien, deren Erzeugnisse wegen des teilweise hohen Alkoholgehaltes gefährlicher sind, als dem Verbraucher zunächst bewusst ist.

Zum Abstract der Originalpublikation: "Rapid and mobile determination of alcoholic strength in wine, beer and spirits using a flow-through infrared sensor"

Topics
Schlagworte
Panorama (30488)
Krankheiten
Suchtkrankheiten (4282)
Wirkstoffe
Ethanol (56)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »