Ärzte Zeitung online, 24.03.2010

Hochschulverband: Geldgeber für Forschung offenlegen

HAMBURG (dpa). Um dem Verdacht gekaufter Forschungsergebnisse entgegenzuwirken, sollen Geldgeber von Projekten nach Ansicht des Deutschen Hochschulverbands (DHV) künftig veröffentlicht werden.

"Ich glaube, die Gesellschaft hat einen Anspruch darauf zu erfahren, auf welcher materiellen Grundlage Forschung betrieben wird", sagte Verbandspräsident Professor Bernhard Kempen am Rande des 60. DHV-Tags. Allein der Anschein, die Forschung könnte dem Auftraggeber verpflichtet sein, gefährde deren Unabhängigkeit.

Ein deutlich härteres Vorgehen verlangte der Verband gegen wissenschaftliche Plagiate. Der Hochschulverband registriere mit "Schrecken und Besorgnis", dass Studierende per Kopiertaste fremdes geistiges Eigentum als eigenes verkaufen. Kempen sagte, laut empirisch nicht erhärteten Zahlen greife bis zu einem Viertel der Studierenden zu solchen Mitteln. "Das ist eine Bedrohung der Wissenschaft als Ganzes." Es müsse deshalb darüber nachgedacht werden, Ertappte vom weiteren Studium auszuschließen.

Ähnlich ärgerlich sei das Geschäft der sogenannten Promotionsberater. Jenen Firmen, die gegen Geld Hilfe beim Erwerb akademischer Titel versprächen, müsse das Handwerk gelegt werden. Doktoranden sollten deshalb eine eidesstattlicher Erklärung abgeben, die eine Zusammenarbeit mit Promotionsberatern ausschließt.

Topics
Schlagworte
Panorama (30363)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »