Ärzte Zeitung online, 30.03.2010

Nach Selbstmordanschlag Trauer um 39 Tote in Moskau

MOSKAU (dpa). Trauer und Wut nach dem doppelten Terroranschlag in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt wurden die Fahnen am Dienstag an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Als Zeichen der Trauer verzichteten Fernseh- und Hörfunksender auf Unterhaltungsprogramme und Werbung. Die russisch-orthodoxe Kirche organisierte Trauergottesdienste.

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Metro-Station Lubyanka in Moskau: Ein Strauß roter Rosen liegt auf dem Bahnsteig als Zeichen der Trauer um die Opfer der Anschläge. © Xinhua / imago

Präsident Dmitri Medwedew hatte am Vorabend an einem der Tatorte in der Metro Blumen niedergelegt. Er verurteilte das Blutbad und erklärte, die Täter seien keine Menschen, sondern "Bestien" und würden getötet. Der Kremlchef ordnete verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Land an, um weitere Terrorakte verhindern zu lassen.

Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 39. Ein Mann sei im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben, sagte der Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Selzowski. Ärzte schlossen nicht aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte, da unter den noch etwa 70 Verletzten einige noch immer um ihr Leben ringen.

Am Vortag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen mitten im Berufsverkehr Sprengsätze in der Metro gezündet. Es war das größte Blutbad islamistischer Terroristen seit sechs Jahren in der U-Bahn. Nach dem Doppelanschlag fahnden die russischen Ermittler nach zwei Frauen und einem Mann, die den Selbstmordattentäterinnen geholfen haben sollen. Hinter der Bluttat werden islamistische Untergrundkämpfer aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus vermutet.

Die beiden Sprengsätze waren auf der roten Metro-Linie innerhalb von weniger als einer Stunde hochgegangen. Zur ersten Explosion kam es an der Lubjanka, dem Platz und Sitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Von dort werden die Operationen russischer Sicherheitskräfte gegen Rebellen im Nordkaukasus gesteuert. Die für einen unabhängigen Gottesstaat im Nordkaukasus kämpfenden Islamisten hatten zuletzt immer wieder gedroht, den Heiligen Krieg, den Dschihad, ins russische Kernland zu tragen.

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