Ärzte Zeitung online, 31.03.2010

Neun Tote bei Selbstmordanschlägen im Nordkaukasus

MOSKAU (dpa). Zwei Tage nach den Terroranschlägen in der Moskauer Metro sind bei neuen Selbstmordattentaten diesmal im Konfliktgebiet Nordkaukasus mindestens neun Menschen getötet worden. Das teilte das russische Innenministerium am Mittwoch mit.

Zwei Männer sprengten sich demnach in der Stadt Kisljar in der russischen Teilrepublik Dagestan in die Luft. Mindestens einer der Täter soll eine Polizeiuniform getragen haben. Der russische Innenminister Raschid Nurgalijew ordnete scharfe Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden im Nordkaukasus an. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer Metro 39 Menschen in den Tod gerissen. Der Inlandsgeheimdienst FSB machte Terroristen aus dem Nordkaukasus für das Blutbad verantwortlich.

In Dagestan zündete einer der beiden Selbstmordattentäter seinen Sprengsatz am Mittwochmorgen in der Nähe eines Schulgebäudes. Kinder waren dort zu dem Zeitpunkt nicht. Am Tatort liegen auch Dienststellen des Innenministeriums und des Geheimdienstes FSB, wie Nurgalijew sagte. Unter den Opfern waren vor allem Polizisten.

Im Nordkaukasus kommt es immer wieder zu schweren Anschlägen islamistischer Untergrundkämpfer, die für einen unabhängigen Gottesstaat kämpfen. Die Islamisten hatten gedroht, den "Krieg" auch ins russische Kernland zu tragen.

In dem Konfliktgebiet Nordkaukasus starben allein 2009 bei Kämpfen russischer Sicherheitskräfte, krimineller Banden und islamistischer Rebellen mehr als 1000 Menschen, unter ihnen auch viele Zivilisten. Der Kreml versucht seit Jahren, Ruhe in die Region zu bringen. In dem Gebiet, wo auch die Unruhe-Republiken Tschetschenien und Inguschetien liegen, sind 23 000 Sicherheitskräfte stationiert.

Topics
Schlagworte
Panorama (30147)
Organisationen
FSB (14)
Metro (61)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »