Ärzte Zeitung online, 01.04.2010

Oppositionelle bei Demos in Russland festgenommen

MOSKAU (dpa). Die russische Polizei hat bei Demonstrationen für die Versammlungsfreiheit in Moskau und St. Petersburg Dutzende Kremlkritiker vorübergehend festgenommen. Die Behörden hatten die Kundgebungen der Opposition, die das in der Verfassung garantierte Recht auf Demonstrationen einfordert, erneut verboten.

In Moskau sei die Sonderpolizei OMON gewaltsam gegen die Protestierer vorgegangen, berichtete das Internetportal kasparov.ru am Mittwoch. Auch der russische Schriftsteller Eduard Limonow sei in Gewahrsam der Polizei. Die Stadt Moskau verbietet immer wieder regierungskritische Demonstrationen - oft ohne Nennung von Gründen.

Moskauer Behördenmitarbeiter äußerten sich empört darüber, dass sich die Oppositionellen ungeachtet der Trauer in der Stadt nach den jüngsten Metro-Terroranschlägen versammelten. Dagegen erlaubten sie eine Kundgebung tausender Anhänger kremltreuer Jugendorganisationen. Limonow warf den Behörden Verlogenheit vor, eine Demonstration mit "fröhlicher Musik" an einem Trauertag zuzulassen. In St. Petersburg verboten die Behörden mit der Begründung einer erhöhten Terror-Gefahr in Russland in letzter Minute eine Oppositionskundgebung. Auch dort gab es nach vorläufigen Angaben 40 Festnahmen.

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