Ärzte Zeitung online, 01.04.2010

Volkszählung in Indien: Datenbank für das Milliardenvolk

NEU DELHI (dpa). In Indien hat eine Volkszählung begonnen, bei der erstmals auch Fingerabdrücke und Passbilder des Milliardenvolkes für eine neue biometrische Datenbank gesammelt werden. Wie die Nachrichtenagentur PTI berichtete, wurde Präsidentin Pratibha Patil am Donnerstag als erste zu persönlichen Daten wie Alter, Religion, Beruf, Ausbildung und Familienstand befragt.

Zudem interessiert die Statistiker, ob die derzeit etwa 1,2 Milliarden Inder Computer oder Mobiltelefone besitzen und Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Der Zensus war 1872 von den britischen Kolonialherren in Indien eingeführt worden. Seitdem findet er alle zehn Jahre statt, um Daten über die Einwohner und für die staatliche Planung zu gewinnen. Ein Meldewesen wie in Deutschland gibt es in der bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt bislang nicht.

Nach dem Willen der Regierung soll sich das nun ändern. So werden Fingerabdrücke und Passbilder aller Einwohner im Alter von über 15 Jahren in einer biometrischen Bevölkerungs-Datenbank gespeichert. Ab 2011 soll mit deren Hilfe jeder Inder erstmals einen landesweit einheitlichen Personalausweis mit einer 16-stelligen persönlichen Identifikationsnummer erhalten. Die Behörden versprechen sich davon auch eine Verbesserung der Sicherheit im Land. "Diese Aufgabe muss und wird gelingen, sagte Innenminister P. Chidambaram. "Wir werden nichts unversucht lassen, um jedes Dorf, jede Siedlung im Land aufzusuchen."

Für die inzwischen 15. Volkszählung sind mehr als 2,5 Millionen Helfer im Einsatz. Die statistischen Befragungen werden zwischen April und Juli in den 7742 Städten und mehr als 600 000 Dörfern der 35 indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien durchgeführt. Im Februar 2011 findet die eigentliche Zählung der Bevölkerung statt. Die Ergebnisse werden Mitte nächsten Jahres veröffentlicht. Die Gesamtkosten für Zensus und Datenbank betragen nach offiziellen Angaben mehr als 58 Milliarden Rupien (etwa 965 Millionen Euro).

Topics
Schlagworte
Panorama (30488)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »