Ärzte Zeitung online, 15.04.2010

Vulkan in Island sorgt für Flugverbote bis Großbritannien

REYKJAVIK/LONDON (dpa). Vulkanasche aus Island stoppt den Flugverkehr in weiten Teilen Nordeuropas bis nach Großbritannien. Knapp einen Tag nach dem zweiten und massiven Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjalla im südlichen Island schlossen die Behörden in Norwegen am Donnerstagmorgen den kompletten Luftraum über dem Land.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft SAS sagte, dass die Verbote "schlimmstenfalls über mehrere Tage gelten können". Die Asche des Vulkans legte den Flugverkehr auch in Großbritannien am Donnerstag fast völlig lahm: Alle Flüge von und nach London-Heathrow und Stansted würden von Mittag an gestrichen, teilte der Flughafenbetreiber BAA mit. In Schottland mussten alle Airports schließen, darunter Aberdeen, Edinburgh und Glasgow.

Der Billigflieger Ryanair teilte mit, von neun Uhr morgens würden alle Flüge von und nach Großbritannien ausfallen. Erhebliche Störungen gab es auch an den Flughäfen in Manchester, Liverpool, London-Gatwick und Luton sowie in Newcastle und Birmingham, wo auch zahlreiche Flüge aus Deutschland gestrichen wurden.    

Grund für die Verbote ist Lavaasche, die aus dem Vulkan in eine Höhe von bis zu elf Kilometern ausgestoßen wurde und auch weiterhin ausgespuckt wird. Die Asche, die sich in östlicher und inzwischen zunehmend in südlicher Richtung ausbreitet, ist gefährlich für Düsentriebwerke.    

In Schweden ist seit den frühen Morgenstunden der Luftverkehr im nördlichen Landesteil gestoppt, in Dänemark über der Nordsee. Aus beiden Ländern verlautete, dass je nach Windentwicklung bis zum Abend die komplette Schließung des Luftraumes nicht auszuschließen sei.

In Island selbst blieben die Schäden nach dem zweiten Ausbruch seit dem 21. März vorerst begrenzt. Etwa die Hälfte der knapp 800 am Mittwoch aus ihren Häusern in der Umgebung geflüchteten Anwohner konnte in der Nacht zurückkehren.

Das rasend schnell schmelzende Gletscherwasser am nördlichen Rand des Eyjafjalla überschwemmte zwar die Felder von einigen Gehöften, zerstörte aber nicht wie befürchtet eine Brücke der landesweit wichtigsten isländischen Straßenverbindung entlang der Südküste.

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