Ärzte Zeitung online, 23.04.2010

Experte: Entlastungsbohrung könnte Öl stoppen

FREIBERG (dpa). Die außer Kontrolle geratene Ölquelle vor der Küste der USA könnte möglicherweise durch eine Entlastungsbohrung kontrolliert werden. "Beim Zeitrahmen reden wir aber eher von Wochen als von Tagen", sagte Professor Matthias Reich von der Bergakademie Freiberg (Sachsen). "Denn zunächst müsste eine andere Bohrplattform in die Nähe des Unglücksortes gebracht werden".

"Wenn die notwendige Technik zu Verfügung steht, könnte eine zweite Bohrung eingebracht werden", sagte der Experte für Bohrtechnik am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. "Dann ist es möglich, Schlamm in die Bohrung zur Quelle einzubringen, der letztlich das Öl nach unten drückt." Erstmals sei eine solche Entlastungsbohrung 1934 praktiziert worden, sagte Reich. Damals konnte ein Feuer auf einem Ölfeld in Texas unter Kontrolle gebracht werden.

Die bisher ergebnislosen Versuche, die Quelle zu schließen, wollte Reich nicht kommentieren. "Eine Ferndiagnose ist nicht möglich. Das wäre alles Spekulation", sagte der Experte, der das Geschehen eigenen Angaben zufolge via Internet verfolgt. Es gebe drei mögliche Leckstellen: Die Leitung zum Meeresboden, das Ventil am Meeresboden und die Bohrung im Boden zur Quelle. "Erst wenn man weiß, was kaputt ist, kann man etwas zu den möglichen Reparaturszenarien sagen."

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