Ärzte Zeitung online, 19.05.2010

Neue Schätzung: Geburtenrate ist 2009 weiter gefallen

ROSTOCK (eb). Nach Schätzungen des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels liegt die zusammengefasste Geburtenziffer für Deutschland im Jahr 2009 bei durchschnittlich 1,33 Kindern pro Frau. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Geburtenneigung somit um 3,3 Prozent geschrumpft.

Im Geburtenmonitor des Rostocker Zentrums werden die zusammengefassten Geburtenziffern (Total Fertility Rates, TFRs) differenziert und auf Monatsebene so früh wie möglich berechnet. Die Berechnungen beruhen auf den nicht korrigierten absoluten Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes und einer geschätzten Altersstruktur der Frauen für das beobachtete Jahr. So kann die Geburtenrate für ein Jahr schon frühzeitig geschätzt werden.

Für 2009 sagen die Schätzungen eine zusammengefasste Geburtenziffer von 1,33 für Gesamtdeutschland voraus. Die Geburtenneigung ist demnach um 3,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 gesunken. Sie würde damit wieder auf den niedrigen Stand des Jahres 2006 fallen.

Eine wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung aufgrund der ökonomischen Entwicklungen im vergangenen Jahr kann eine mögliche Erklärung für den Rückgang sein. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien zeigt, dass Fertilitätsentscheidungen auch von ökonomischen Rahmenbedingungen abhängen.

Gleichzeitig wäre es aber auch möglich, dass die geringere Geburtenrate durch einen Vorzieheffekt entsteht: Kinder, die ursprünglich erst für 2009 geplant waren, wurden aufgrund der Einführung des Elterngeldes bereits im Vorjahr geboren.

Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres wurde im Geburtenmonitor eine Schätzung der Jahres-TFR für das Jahr 2008 veröffentlicht. Der Wert 1,36 wich nur geringfügig von der im September 2009 vom Statistischen Bundesamt publizierten TFR von 1,38 ab. Abweichungen entstehen dabei durch die Korrektur der absoluten Geburtenzahlen durch das Statistische Bundesamt bis zur amtlichen Veröffentlichung der TFR. Gleichzeitig kann die geschätzte Altersverteilung der Mütter von der realen Verteilung abweichen.

Weitere Informationen zur geschätzten Geburtenrate im Informationsportal zum Demografischen Wandel

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