Ärzte Zeitung online, 19.05.2010

Zur WM in Südafrika: Vortragsreihe "Fußballkulturen und Geschichte"

Zur WM in Südafrika: Vortragsreihe "Fußballkulturen und Geschichte"

EICHSTÄTT-INGOLSTADT (eb). Nicht nur für Fußball-Fans dürfte die Vortragsreihe "Fußballkulturen und Geschichte" interessant sein, die sich passend zur WM in Südafrika vom 1. Juni bis 14. Juli an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) mit dieser Sportart als Massenphänomen beschäftigen wird.

Veranstalter der Reihe sind Thomas Fischer, Professor für die Geschichte Lateinamerikas und Florian Basel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Theorie und Didaktik der Geschichte.

"54, 74, 90, 2010…": Während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wird dieser Gassenhauer der "Sportfreunde Stiller" auch hierzulande wieder überall zu hören sein. Wenn sich dann selbst eher zurückhaltende Zeitgenossen als eingefleischte Anhänger der deutschen Nationalmannschaft zu erkennen geben, zeigt dies zum einen: Fußball ist ein kulturell bedingtes Phänomen, das die Massen bewegt.

"Fußball ist ein wichtiger Referenzpunkt der Erinnerung von Gruppen und nationalen Gemeinschaften, und das Fußballerlebnis sowie die Fußballgeschichte sind nicht zu unterschätzende Vehikel der Konstruktion von kollektiven Identitäten", so Basel in einer Mitteilung der Universität.

Aber was ist eigentlich Fußballkultur? Wie ist sie entstanden, und welche Veränderungen haben sich im Laufe der Zeit ergeben? Welche Rolle spielt Fußball in anderen Ländern und Kontinenten? Solchen und anderen Fragen geht die Vortragsreihe "Fußballkulturen und Geschichte" der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät nach.

Die Referate werden allesamt von Spezialisten auf dem Gebiet der erst seit wenigen Jahren entstandenen Forschung über die Geschichte des Fußballs im deutschsprachigen Raum gehalten.

  • Die Reihe beginnt am Dienstag, 1. Juni 2010, mit einem Vortrag von Professor Stefan Rinke von der FU Berlin zum Thema "Argentinien gegen Deutschland und die Geschichte des Fußballs im Zeichen der kulturellen Globalisierung".
  • Am Dienstag, 8. Juni 2010, referiert Susann Baller, M.A. von der Universität Basel über "Die Verwaltung des Fußballs. Bürokratie und Politik in Stadtviertelmannschaften im Senegal seit 1950er Jahren".
  • Am Mittwoch, 9. Juni, folgt ein weiterer Beitrag von Privatdozent Daniel Gossel von der Universität Kassel mit dem Titel "Fußball und Gewalt: Entstehung und Erklärung der Hooligan-Kultur in England".
  • Am Dienstag, 15. Juni, setzt Professor Frank Zschaler von der KU die Reihe mit dem Vortrag "Sportlicher Wettbewerb und wirtschaftlicher Wettbewerb" fort.
  • Am Dienstag, 22. Juni, folgt das Referat "Sport mit tödlichem Finale: Rituelle Ballspiele in Mesoamerika" von Dr. Ute Schüren von der Universität Bern.
  • Am 29. Juni spricht Professor Thomas Fischer von der KU über den "Mythos Maradona: Entstehung und Bedeutung für die argentinische Gesellschaft".
  • Am 6. Juli referiert Dr. Matthias Fifka von der Universität Erlangen-Nürnberg über "Die USA - kein Fußballland? Warum eigentlich?".
  • Am 13. Juli befasst sich Dr. Andreas von Seggern, Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh, mit "Catenaccio als Lebensart? Fußball und Gesellschaft in Italien".
  • Am Mittwoch, 14. Juli, findet der letzte Vortrag der Reihe mit einem Beitrag von Florian Basel von der KU statt. Basel spricht zum Thema "Zwischen Tradition und Moderne - Fußballvereine und ihr Umgang mit Tradition".

Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr im Raum 105 des Kollegiengebäudes, Bau A (Ostenstraße 28, Eichstätt).

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