Ärzte Zeitung online, 04.06.2010

Kröten töten als Touristenspaß

SYDNEY (dpa). Kröten töten als Touristenspaß - das hat der Bürgermeister der nordaustralischen Stadt Darwin am Donnerstag vorgeschlagen. Die Stadt und der gesamte Nordosten Australiens leiden seit Jahrzehnten unter einer Aga-Kröten-Plage, die die heimische Flora und Fauna bedroht.

Die Kröten wurden vor mehr als 100 Jahren als Schädlingsbekämpfer aus Südamerika nach Australien gebracht - mit schlimmen Folgen. Weil es dort die natürlichen Feinde der Kröten, bestimmte Parasiten, nicht gibt, vermehren sie sich ungebremst.

Ihre Zahl wird im 1,3 Millionen Quadratkilometer großen Verwaltungsgebiet Northern Territory auf 92 Millionen geschätzt. Das sind etwa 70 Kröten also pro Quadratkilometer oder 418 pro Einwohner. Sie gehören mit mehr als 20 Zentimetern Länge zu den größten Froschlurchen der Welt und scheiden eine giftige Substanz aus, die sogar Hunde töten kann.

"Wenn die Touristen, die uns besuchen, uns helfen könnten (die Plage zu bekämpfen), wäre das doch eine fantastische Erfahrung für sie und würde ihr Naturerlebnis hier umso intensiver machen", meinte Bürgermeister Graeme Sawyer in einem Rundfunk-Interview.

Im Bundesland Queensland haben die Behörden die Bevölkerung schon mal zum Kampf gegen die Kröten aufgerufen. An einem einzigen Tag wurden 10 000 eingesammelt, in Gefriertruhen gelegt und so getötet und anschließend zu Flüssigdünger zermalmt.

Sawyer schlug vor, eine Art Sammelprämie auszuloben, die Krötenfängern pro Tier mehr bringt als das Recyceln von Aluminiumdosen.

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