Ärzte Zeitung online, 16.07.2010

Sudan weist erneut Helfer aus

NAIROBI/KHARTUM/BRÜSSEL (dpa). Wenige Tage nach dem Völkermord-Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten Omar Al-Baschir hat die Regierung in Khartum die Ausweisung von zwei Helfern angeordnet. Die Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) müssten das Land bis Samstag verlassen, berichtete die Zeitung "Sudan Tribune" am Freitag.

Die Ausweisung der Helfer stieß auf Kritik der EU. Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva sagte in Brüssel: "Diese bedauerliche Entscheidung straft in erster Linie die sudanesische Bevölkerung." Die Hilfe für die notleidenden Menschen sei unabhängig von politischen Überlegungen. Sie rief die Regierung dazu auf, die Hilfsorganisationen zu unterstützen und zu schützen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in Darfur seit dem Jahr 2003 mehr als 300 000 Menschen ums Leben gekommen. Al-Baschir ist der erste amtierende Staatschef, dem das Gericht den Prozess machen will.

Abdel-Wahid Al-Nur, Führer der Rebellengruppe "Sudanesische Befreiungsbewegung" (SLM) aus Darfur, verurteilte die Ausweisung der hochrangigen IOM-Mitarbeiter, die mit anderen die Versorgung von Flüchtlingen in Darfur organisierten. "Man kann nicht erwarten, dass diejenigen, die unser Volk töten, sich um sein Wohlergehen kümmern", sagte er der "Sudan Tribune".

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