Ärzte Zeitung online, 27.07.2010

CERN droht neuer Leerlauf

GENF (dpa). Den verschiedenen Teilchenbeschleunigern am Genfer Kernforschungszentrum CERN droht nach der Panne Ende 2008 erneut ein längerer Leerlauf.

CERN droht neuer Leerlauf

Der Large Hadron Collider (LHC) im Europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf: Dem LHC und weiteren Teilchenbeschleunigern droht eine neuerliche Phase längeren Leerlaufs.

© dpa

Neben dem weltweit größten Beschleunigerring "Large Hadron Collider" (LHC), der kurz nach seiner Eröffnung im September 2008 nach einer Panne rund ein Jahr stillgestanden hatte, dürften 2012 auch alle anderen Anlagen eine Zwangspause von 12 bis 15 Monaten einlegen. Im CERN bestätigte man am Dienstag entsprechende Medienberichte.

Über eine mögliche Auszeit sei allerdings bereits im März diesen Jahres beraten worden, hieß es in einer Mitteilung des Forschungszentrums. "Es gibt keine Änderung in unseren Plänen", sagte eine Sprecheri.

CERN-Manager Stephen Myers hatte am Montag bei einer Konferenz für Hochenergie-Physik in Paris eine vorübergehende Abschaltung aller Beschleuniger erwogen. Dies sei zwar nur eine von mehreren Alternativen, die noch "nicht explizit" geplant sei.

Bei einem parallelen Aussetzen der Experimente kämen Wartungsarbeiten jedoch vermutlich "am effizientesten" voran, hieß es aus dem Institut. "Der Vorschlag wird deshalb in den wissenschaftlichen Gremien und im Rat des CERN bei der nächsten Sitzung im September diskutiert."

Wegen technischer Probleme war der LHC nach seiner Eröffnung vor knapp zwei Jahren bis zum November 2009 außer Betrieb. Seit vorigem Herbst rasen wieder Protonen durch seine Beschleunigerröhre.

Die Forscher lassen Teilchen kollidieren, um neue Einblicke in die Entstehung des Universums zu erhalten. Dadurch hoffen Physiker, bislang nur theoretisch beschriebene Partikel nachweisen zu können.

Weitere Infos beim CERN: www.cern.ch

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