Ärzte Zeitung online, 29.07.2010

Amt widerspricht Greenpeace: Johannisbeeren unschädlich

BRAUNSCHWEIG (dpa). Anders als von Greenpeace behauptet, sind deutsche Johannisbeeren nach Darstellung des Bundesverbraucheramtes nicht gesundheitsschädlich. In den von der Umweltschutzorganisation untersuchten Beerenproben seien keine Chemikalienrückstände gefunden worden, die über dem gesetzlich zulässigen Höchstgehalt liegen

Die Waren seien lebensmittelrechtlich daher nicht zu beanstanden. Sie stellten für Verbraucher auch kein Gesundheitsrisiko dar, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig am Mittwoch mit. Greenpeace dagegen hielt am Mittwoch an seinen Testergebnissen fest und bezeichnete die Aussagen des Bundesamtes als falsch.

Greenpeace hatte am Montag erklärt, dass einige der nachgewiesenen Substanzen in den Beerenproben aus vier deutschen Lebensmittelketten nervenschädlich oder krebserregend seien sowie den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen könnten. Bio-Produkte seien im Test rückstandsfrei gewesen.

Das BVL erklärte, auch die Greenpeace-Aussage, dass "erneut Pestizide ohne EU-Zulassung aufgetaucht" seien, sei nicht korrekt. Die in den Proben nachgewiesenen 21 Wirkstoffe seien zulässig. Zudem sei die Darstellung, Johannisbeeren aus deutscher Produktion "beinhalteten die illegalen Agrargifte Dodin und Difenoconazol" fraglich. Die für diverse andere Obstkulturen zugelassenen Substanzen seien in den Beeren-Proben in so niedriger Konzentration gemessen worden, dass die Rückstände auch durch eine sogenannte Abdrift aus benachbarten Kulturen stammen könnten.

Greenpeace teilte als Reaktion auf die Aussagen des Bundesverbraucheramtes am Mittwoch erneut mit, Pestizid-Cocktails auf Strauchbeeren könnten gesundheitsgefährdend sein.

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