Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Orang-Utans leben energiesparender als menschliche Faulpelze

BERLIN (dpa). Normal aktive Orang-Utans verbrauchen im Verhältnis zu ihrer Größe weniger Energie als ein menschlicher "Couch-Potato", der seine Zeit vorwiegend auf dem Sofa verbringt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um den Anthropologen Dr. Herman Pontzer von der Washington Universität in St. Louis.

Pontzer und seine Kollegen analysierten über zwei Wochen den täglichen Energieverbrauch von vier Orang-Utans in einem Freigehege des "Great Ape Trust". Ergebnis: Orang-Utans verbrauchen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße bei ihren täglichen Aktivitäten weniger Energie als fast jedes andere Säugetier (PNAS online vorab).

Ein Grund könnte nach Ansicht der Forscher der große Futtermangel in der Heimat der Orang-Utans, den südostasiatischen Regenwäldern, sein. Auch sei dadurch möglicherweise die geringe Geburtenrate dieser Menschenaffen und ihr langsames Wachstum erklärbar.

Orang-Utans leben in den Regenwäldern von Borneo und Sumatra. Sie sind vom Aussterben bedroht. Nach Angaben des "Great Ape Trusts" leben auf Borneo derzeit rund 54 000 Affen. Auf Sumatra seien es rund 6600 Orang-Utans.

Abstract der Studie "Metabolic adaptation for low energy throughput in orangutans"

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