Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

Immer neue Waldbrände in Russland - Kulturschätze in Gefahr

MOSKAU (dpa). In Russland breitet sich die schwerste Waldbrandkatastrophe seit Jahrzehnten immer weiter aus. In den vergangenen 24 Stunden seien rund 300 schwere Brände hinzugekommen. Das sagte der Leiter des nationalen Krisenzentrums, Wladimir Stepanow, am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax.

Besonders schlimm sei die Lage weiter in der Region von Nischni Nowgorod, etwa 400 Kilometer östlich von Moskau. Dort liegt auch das atomare Forschungszentrum Sarow. Die Lage um die Einrichtung habe sich nach der Verstärkung der Löschtruppen auf 2000 Mann aber etwas entspannt, sagte Stepanow. Mit schwerer Technik und Löschflugzeugen müsse ein Übergreifen der Flammen jedoch weiter verhindert werden.

Die Zahl der Toten bei den Bränden wurde landesweit mit 48 angegeben. Erstmals gab es auch offizielle Berichte über die Zerstörung wertvoller Kulturschätze. In dem Dorf Jewlaschewo im Gebiet Pensa - etwa 560 Kilometer südöstlich von Moskau - brannte eine Holzkirche der russisch-orthodoxen Kirche nieder. Mit dem Gotteshaus Michail Archengel gingen auch der Altar und Ikonen in Flammen auf. Einige Ikonen stammten aus dem 19. Jahrhundert.

Auch in der Hauptstadt Moskau, wo mehr als zehn Millionen Menschen leben, verschlimmerte sich die Lage. Der Rauch von den Torfbränden des Umlands hüllte die Metropole in dichten Smog. "Wir bereiten uns auf die schlimmste Entwicklung der Ereignisse vor", sagte Zivilschutzminister Sergej Schoigu.

Die Prognose für Moskau deute auf weiter steigende Temperaturen bis 40 Grad Celsius und anhaltende Trockenheit hin. Viele Hauptstädter klagten über schwere allergische Beschwerden, Atemnot, Übelkeit und Kopfschmerzen.

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