Ärzte Zeitung online, 05.08.2010
Mindestens 50 Feuertote in Russland - widersprüchliche Infos zur Situation
MOSKAU (gwa / dpa). Die Zahl der Toten bei den gewaltigen Waldbränden in Russland ist am Donnerstag nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass weit mehr Menschen in den Flammen umgekommen sind. Die Informationen zur Situation in Moskau sind widersprüchlich.

Eine Touristin mit Atemschutzmaske fotografiert im Rauch- und Smog-verhüllten Stadtzentrum von Moskau.
© dpa
Landesweit kämpften weiterhin Hunderttausende Helfer gegen die Flammen. Mehr als 180 000 Hektar Wald und Torf brennen, es gibt etwa 500 Brandherde. Die Zahl der Soldaten, die gegen die Feuer kämpfen, wurde auf 10 000 erhöht.
Auch das atomare Forschungszentrum in Sarow rund 400 Kilometer östlich von Moskau ist weiterhin vom Feuer bedroht. In der Nacht hätten zahlreiche Helfer ein Vordringen der Flammen verhindert, sagte ein Experte des Zivilschutzministeriums nach Angaben der Agentur Interfax.
Widersprüchliche Informationen gibt es zur Situation in Moskau. Der beißende Qualm von den Torfbränden rund um die Millionenmetropole verzog sich am frühen Donnerstagmorgen vorerst, wie etwa dpa meldet. Andere Medien berichten, dass die Rauch- und Smogwolke die Sichtweite auf unter 50 m einschränke und die Kohlenmonoxid-Konzentration gefährlich erhöht sei. Den Menschen in Moskau würde geraten, in ihren Wohnungen zu bleiben.
Der Betrieb auf den drei internationalen Moskauer Flughäfen sei nicht eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. Bei Sichtweiten unter 50 m hatte der dichte Rauch am Vortag für stundenlange Verspätungen gesorgt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bot Kremlchef Dmitri Medwedew in einem Telefonat am Mittwochabend Hilfe bei der Bekämpfung der Waldbrände an. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Auch Polen sicherte Unterstützung zu. Italien stellte zwei spezielle Löschflugzeuge zur Verfügung.

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