Ärzte Zeitung online, 06.08.2010

Russland will Kampf gegen Brände verstärken

MOSKAU (dpa). Russland will seine Kräfte im Kampf gegen die landesweit tobenden Wald- und Torfbrände noch einmal weiter verstärken. Bis Montag will Regierungschef Wladimir Putin einen Plan für die bessere technische Ausstattung der Feuerwehren und einen intensiveren Brandschutz vorlegen.

Das berichtete die russische Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Freitag. Demnach soll etwa auch der zusätzliche Einsatz von Löschflugzeugen sowie die Bewachung besonders gefährlicher Objekte festgelegt werden, sagt Putin nach Angaben der Zeitung. Dem Bericht zufolge schätzt die russische Führung die Lage weiter als "katastrophal" ein.

In dem tagelangen Kampf gegen die Jahrhundert-Brände in Russland gibt es bisher kaum Erfolgsmeldungen. Die Hauptstadt Moskau war am Freitag erneut in Torfbrand-Smog gehüllt, die Lage in der Hauptstadt soll sich aber entspannen, weil der Wind dreht.

Russische Medien berichteten, dass es bei der anhaltenden schweren Dürre und Temperaturen von oft um die 40 Grad Celsius immer wieder neue Brandherde gebe. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Kremlchef Dmitri Medwedew kündigte im Gespräch mit Putin an, dass die Präsidialverwaltung stärker als bisher in die Krisenbekämpfung eingeschaltet werde. "Die Not ist wirklich groß. Deshalb sollten alle arbeiten", sagte Medwedew.

Inzwischen hat die Feuersbrunst auch auf die russische Teilrepublik Dagestan in der Konfliktregion Nordkaukasus übergriffen. Dort vernichteten die Waldbrände in einem Dorf fast 60 Häuser. Landesweit sind weit Beginn der Brände Hunderte Häuser zerstört worden. Nach offiziellen Angaben starben 50 Menschen. Hunderte wurden verletzt, Tausende sind auf der Flucht vor den Flammen.

Hilfsorganisationen und Beobachter gegen davon aus, dass die Opferzahl und die Schäden größer sind als bisher von den Behörden bekannt gegeben. Medien berichten von massiven Zerstörungen in der Provinz. Allein die Schäden durch Ernteeinbußen übersteigen umgerechnet eine Milliarde Euro. Zudem müssen mehr als 200 000 Hektar Wald aufgeforstet werden.

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