Ärzte Zeitung online, 09.08.2010

Auch Nagasaki gedenkt Atombombenopfer

TOKIO (dpa). Drei Tage nach Hiroshima hat auch die japanische Stadt Nagasaki am Montag des Atomwaffeneinsatzes vor 65 Jahren gedacht. Um 11.02 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als am 9. August 1945 die von einem US-Bomber abgeworfene Atombombe "Fat Man" über der Stadt explodierte, legten die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung eine Schweigeminute ein.

Durch die Explosion der Bombe waren damals rund 80.000 Menschen in der japanischen Hafenstadt sofort getötet worden.

   Der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue, appellierte an die Atomwaffenstaaten, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Er kritisierte die japanische Regierung dafür, dass sie Gespräche über eine nukleare Zusammenarbeit mit Indien aufgenommen habe, obwohl Indien den Nichtverbreitungsvertrag nicht unterschrieben habe. "Das bedeutet, dass eine Nation, die selbst einen Atombombenangriff erlitten hat, das System der Nichtweiterverbreitung ernstlich schwächt", sagte der Bürgermeister.

Die USA hatten am 6. August 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs die erste Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Drei Tage später folgte dann der zweite Atomangriff auf Nagasaki. Noch heute sterben in Japan Menschen an den Spätfolgen des Atomwaffeneinsatzes.

Am Freitag hatte in Hiroshima mit Ban Ki Moon erstmals auch ein UN-Generalsekretär und mit Botschafter John Roos auch ein US-Vertreter an der jährlichen Gedenkveranstaltung teilgenommen. Ban forderte mit Hinweis auf seine traumatischen Kindheitserfahrungen im Koreakrieg (1950-1953), im Bemühen um die Reduzierung der Massenvernichtungswaffen nicht nachzulassen, und kündigte an, das Thema im September auf die Tagesordnung einer UN-Abrüstungskonferenz in New York zu setzen.

Lesen Sie dazu auch:
Hiroshima - Das Grauen begann vor 65 Jahren

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