Ärzte Zeitung online, 09.08.2010

Pakistan: Starker Regen behindert Rettungsarbeiten bei Jahrhundert-Flut

ISLAMABAD (dpa). Heftige Regenfälle behindern weiter die Rettungsarbeiten bei der Jahrhundertflut im Norden Pakistans. Auch am Montag mussten die Hubschrauber in der am schwersten betroffenen Provinz Khyber Pakhtunkhwa am Boden bleiben. "Rund 40 Militärhubschrauber nahmen an der Rettungs- und Hilfsoperation teil, aber wir mussten die Flüge wegen Regen stoppen", sagte ein Armeesprecher.

Auch sechs Hubschrauber der US-Armee in Afghanistan, die für Rettungsarbeiten im Nachbarland eingesetzt werden, konnten wegen des schlechten Wetters nicht fliegen.

Der Journalist Shehzad Alam berichtete aus der Stadt Mingora im Swat-Tal, es gebe dort einen akuten Mangel an Lebensmitteln. "Die meisten Lebensmittelreserven sind zerstört, und was auf dem Markt übrig ist, ist so teuer, dass es sich gewöhnliche Leute nicht leisten können", sagte Alam. In den Dörfern, wo die Menschen zu verhungern drohten, sei die Lage noch schlimmer. Das gelte besonders für Teile von Swats Nachbardistrikt Shangla.

Neue Regenfälle zerstörten in Khyber Pakhtunkhwa weitere Brücken und Straßen. Hochwassers erschwerte den Einsatz von Booten für die Rettungsarbeiten, Helfer setzten Esel und Maultiere ein. Nach Medienberichten starben erneut Dutzende Menschen. Damit dürfte die Opferzahl der Jahrhundertflut inzwischen bei mehr als 1800 liegen.

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