Ärzte Zeitung online, 10.08.2010

West-Nil-Fieber in Griechenland - zwei Tote

ATHEN (dpa). Zwei Menschen sind in Griechenland an dem durch Mücken übertragenem West-Nil-Fieber gestorben. Weitere 14 Menschen erkrankten. Das teilte am Dienstag das griechische Gesundheitsministerium mit. Alle Fälle wurden in den vergangenen zehn Tagen in Nordgriechenland diagnostiziert und von Laboren bestätigt.

"Es gibt keinen Grund zur Panik. Die meisten Menschen weisen gar keine Symptome auf, wenn sie daran erkranken", sagte Anna Pappa, stellvertretende Professorin für Mikrobiologie der Aristoteles-Universität der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki im Radio. Es handele sich nicht um eine Epidemie, hieß es weiter.

Die Symptome seien zunächst Kopf- und Gliederschmerzen, die aber in wenigen Tagen wieder enden, hieß es. Das Virus wird von Stechmücken auf den Menschen übertragen. Die Einwohner in den betroffenen Regionen rund um Thessaloniki wurde geraten, Insekten abweisende Verdampfer oder Salben zu benutzen.

In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut 2007 im Rahmen einer großen Untersuchung in Vögeln Antikörper gegen das Virus entdeckt. Es handle sich vor allem um Zugvögel aus Afrika, die sich höchstwahrscheinlich dort infiziert hatten. Auch in Österreich hatten Forscher das Virus bei Vögeln nachgewiesen, dort zumeist bei Habichten.

Bei Menschen in Deutschland sind bislang nur eingeschleppte Erkrankungen bekanntgeworden. Zumeist kamen die Reisenden aus den USA, wo schon hunderte Menschen an dem Fieber gestorben sind.

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