Ärzte Zeitung online, 13.08.2010

Hilfsorganisation sieht Aufständische hinter Mord an Ärzten

KABUL (dpa). Bei dem Tod von zehn Ärzten und Helfern im Nordosten Afghanistans geht die christliche Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) inzwischen von einem Mord durch Aufständische aus.

Zwar müssten die Ergebnisse der offiziellen Ermittlungen abgewartet werden, teilte IAM-Direktor Dirk Frans am Donnerstag in Kabul mit. Eigene Nachforschungen deuteten aber darauf hin, dass es sich nicht um Raubmorde gehandelt habe.

IAM gehe nun von der Annahme aus, dass eine Gruppe von Kämpfern, die nicht aus der Region stammten, den Angriff verübt hätten, hieß es in der Mitteilung weiter. Nach Angaben der Polizei waren die Helfer - eine Deutsche, sechs Amerikaner, eine Britin und zwei Afghanen - am Donnerstag vergangener Woche erschossen worden. Frans teilte weiter mit, der einzige Überlebende, ein Afghane namens Sayedullah, sei inzwischen von der Polizei freigelassen worden.

Die radikal-islamischen Taliban hatten sich zu der Tat bekannt und die Helfer als "christliche Missionare" bezeichnet. Angaben der Taliban gelten aber oft als unzuverlässig. In der Region sind auch kriminelle Banden aktiv.

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