Ärzte Zeitung online, 17.08.2010

Sachsen kämpft erneut mit Hochwasser

PIRNA/POTSDAM (dpa). In Sachsen sind erneut Flüsse und Bäche über die Ufer getreten. Vorübergehend wurde in der Sächsischen Schweiz Katastrophenalarm ausgerufen. In anderen Region Ostdeutschlands wird nach den schweren Überschwemmungen der vergangenen Woche weiter aufgeräumt.

Sachsen kämpft erneut mit Hochwasser

Der Regen sorgt in Sachsen weiter für Hochwasser. Montag musste zeitweise erneut Katastrophenalarm ausgerufen werden.

© dpa

Prekär war auch die Situation im Süden des Landkreises Görlitz und in Teilen des Landkreises Bautzen. Die neuen Überschwemmungen trafen etliche Menschen beim Aufräumen. Am Sonntag vor einer Woche hatten die Wassermassen nahe der Grenze zu Tschechien immense Schäden angerichtet.

In Seifhennersdorf im Landkreis Görlitz mussten drei Menschen aus ihrem überfluteten Haus gerettet werden, wie das Landratsamt mitteilte. An der Kirnitzsch galt zwischenzeitlich die höchste Hochwasseralarmstufe 4, bis der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge gegen 14 Uhr Entwarnung gab. "Die Welle ist durch", sagte Sprecherin Kati Hille.

Erneut mussten etliche Straßen in Sachsen wegen Überflutungen, Unterspülungen, umgestürzter Bäume oder Geröllmassen gesperrt werden. Betroffen war auch die Autobahn 17 Dresden-Prag bei Pirna. Auf einem Zubringer bildete sich ein riesiger See, das Wasser stand bis zu 40 Zentimeter hoch. Die Sächsische Dampfschifffahrt stellte ihren Betrieb auf der Elbe komplett ein.

An anderen Orten der Hochwasserregionen räumten die Menschen weiter auf, etwa in dem von Wassermassen zerstörten Tierpark im sächsischen Zittau. "Das Ausmaß der Schäden ist viel schlimmer, als wir gedacht haben", sagte der Technische Leiter des Parks, Andreas Stegemann. Manche Areale der Anlage waren zweieinhalb Meter hoch überflutet worden, 48 Tiere ertranken in der Neiße.

Auch in Brandenburg zieht sich das Hochwasser nur zögerlich zurück. Zu Wochenbeginn galt an mehreren Flussabschnitten noch die niedrigste Alarmstufe 1. Nach dem Süden mit Lausitzer Neiße und Spree ist erstmals auch der Nordwesten betroffen. Das teilten am Montag die Hochwassermeldezentren in Cottbus und Potsdam mit.

Nach der Flutwelle vor gut einer Woche wollen sich deutsche und polnische Umweltexperten am Dienstag am Witka-Stausee in Polen treffen. Sie sollen das Schadensgebiet unter die Lupe nehmen, wo ein Damm gebrochen war, kündigte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) an.

Hochwasserinformationen des brandenburgischen Umweltministeriums: www.luis.brandenburg.de/w/

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