Ärzte Zeitung online, 20.08.2010

Tod nach Beschneidung an Mädchen - Ärztin verhaftet

KAIRO (dpa). Nach der tödlichen Beschneidung eines 13 Jahre alten Mädchens in Ägypten ist eine Ärztin verhaftet worden. Nermine H. war bei dem Eingriff gestorben und von ihren Eltern heimlich bestattet worden.

Der Medizinerin droht ein Verfahren wegen Totschlags. Die Kairoer Tageszeitung "Al-Shurouq" berichtete am Freitag, eine andere Ärztin habe den Fall dem Familienministerium gemeldet, das daraufhin Anzeige erstattete.

Die Genitalverstümmelung von Mädchen ist in Ägypten bereits seit zwei Jahren offiziell verboten, wird aber immer noch praktiziert. An die Öffentlichkeit dringt das Leid der Mädchen nur dann, wenn die Beschneidung tödlich endet. Die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen ist in mehreren afrikanischen und einigen asiatischen Ländern verbreitet.

In einigen Gesellschaften gelten unbeschnittene Frauen als "unrein", was ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt schmälert. Mehrere islamische Religionsgelehrte hatten in den vergangenen Jahren Rechtsgutachten, die sogenannten Fatwas, veröffentlicht, in denen sie feststellten, dass es für diese Praxis keine religiöse Grundlage gibt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »