Ärzte Zeitung online, 27.08.2010

Pakistan: 300 000 weitere Menschen auf der Flucht

ISLAMABAD (dpa). Am Unterlauf des Indus in der südpakistanischen Provinz Sindh müssen etwa 300 000 weitere Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Nach dem Bruch eines Deiches seien die Bewohner der Stadt Thatta sowie umliegender Dörfer aufgerufen worden, ihre Häuser und Höfe zu verlassen, sagte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung.

Erst am Donnerstag mussten sich im Küstendistrikt Thatta, in dem der Indus ins Arabische Meer fließt, rund 350 000 Pakistaner vor den Wassermassen in Sicherheit bringen.

Nach Behördenangaben suchen viele Menschen Schutz auf Hügeln und Anhöhen in der Region. Zehntausende Flüchtlinge hätten sich mit ihren Habseligkeiten auf den Weg in die 100 Kilometer westlich gelegenen Hafenmetropole Karachi gemacht. Nach UN-Angaben sind von der Jahrhundertflut inzwischen landesweit mehr als 17,2 Millionen Menschen betroffen. Etwa die Hälfte davon ist auf Hilfe angewiesen.

Das US-Außenministerium warnte Hilfsorganisationen in Pakistan vor möglichen Anschlägen. Es gebe Informationen über eine Bedrohung durch Gruppen wie die radikal-islamischen Taliban, sagte Sprecher Philip Crowley am Donnerstag (Ortszeit). "Dass die Extremisten in Pakistan das überhaupt erwägen, zeigt, wie sehr sie das Wohlergehen der Bevölkerung missachten."

Hier können Sie spenden:
Aktion Deutschland hilft, Spendenkonto: 10 20 30, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft in Köln, Spenden-Stichwort: Flut Pakistan
medico international, Konto-Nr. 1800, Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01, Stichwort "Pakistan"
Ärzte ohne Grenzen, Konto 97 0 97, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort: "Pakistan und andere Krisen"

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