Ärzte Zeitung online, 31.08.2010

Unicef: Acht Millionen Kinder leiden in Pakistan

KARLSRUHE (dpa). Mehr als acht Millionen Kinder leiden nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef an den Folgen der verheerenden Überschwemmungen in Pakistan. 3,5 Millionen seien dringend auf Hilfe zum Überleben angewiesen, sagte die stellvertretende Unicef-Vorsitzende in Deutschland, Ann-Kathrin-Linsenhoff, am Dienstag in Karlsruhe.

Unicef: Acht Millionen Kinder leiden in Pakistan

Unicef hat Zelte für die Flutopfer in Pakistan errichtet. Hier ein Schulzelt in Sukkur, Sindh.

© dpa

"Die Not, die wir in Pakistan sehen, ist unvorstellbar", sagte sie und bat nochmals eindringlich um Hilfe für die Flutopfer.

Mehr als eine Million Mädchen und Jungen unter drei Jahren brauchen dringend Zusatznahrung. Viele Kinder seien von ihren Familien getrennt worden. Für nur 55 Cent könne ein Päckchen mit eiweißreicher Erdnusspaste bezahlt werden, fünf Cent koste ein Päckchen mit lebenswichtigen Mineralsalzen, sagte die Karlsruher Unicef-Chefin Ursula Grass. Noch in dieser Woche soll ein weiterer Hilfsflug mit Zusatznahrung nach Pakistan fliegen. In der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden bislang 9000 Kinder und 3000 schwangere Frauen und stillende Mütter mit Zusatznahrung versorgt.

Die Impfprogramme der Organisation gegen Polio, Tetanus und Masern hätten bislang mehr als 1,9 Millionen Kinder und Frauen erreicht. Etwa 1,9 Millionen Menschen würden täglich mit Trinkwasser versorgt. Mehr als zehntausend traumatisierte Kinder und 400 Frauen hätten erste psychosoziale Unterstützung erhalten. Mehr als 7000 Schulen sind nach Unicef-Angaben zerstört oder schwer beschädigt worden. 5000 Schulen dienten als Notlager. Die Regierung habe den Schulbeginn bereits verschoben.

Homepage der Unicef-Kinderstadt

Hier können Sie spenden:
Unicef, Spendenkonto: 300 000, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft Köln
Aktion Deutschland hilft, Spendenkonto: 10 20 30, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft in Köln, Spenden-Stichwort: Flut Pakistan
medico international, Konto-Nr. 1800, Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01, Stichwort "Pakistan"
Ärzte ohne Grenzen, Konto 97 0 97, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Stichwort: "Pakistan und andere Krisen"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »