Ärzte Zeitung online, 01.09.2010

Dopingkontroll-Firma entschuldigt sich

MANNHEIM (dpa). Nach über einem halben Jahr hat sich die Mannheimer Dopingkontroll-Firma Serco Control für das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter entschuldigt. Sie ließ am Dienstag über ein Anwaltsbüro mitteilen, dass einem freien Mitarbeiter der Firma bereits im Januar gekündigt worden war. Das berichtete der Südwestrundfunk (SWR).

Außerdem habe man den Mann unmittelbar nach Entdeckung der Vorgänge bei der Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Betrugs angezeigt. Des Weiteren habe die Firma erhebliche Schadenersatzforderungen gegen den Mann angestrengt. Er habe, so das Anwaltsbüro, mit Hilfe seiner Schwester zweimal Doping-Proben mit deren Urin abgegeben und sei nie bei den zu kontrollierenden Spielen der Frauen-Handball-Bundesliga aufgetaucht.

Für die Kontrolle einer Probe berechnete die Firma rund 430 Euro - das Geld steckte der Mann mutmaßlich in die eigene Tasche. Bereits am Montag war bekannt geworden, dass der Deutsche Handballbund (DHB) rund 6000 Euro Regress von der Mannheimer Firma fordert und in Zukunft nicht mehr mit dem Unternehmen zusammenarbeiten wird. Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt weiterhin gegen die zwei Mitarbeiter der Firma wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Beide Verdächtigen haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Es geht dabei um eine Begegnung in der 2. Bundesliga Süd am 12. Dezember 2009 zwischen TuS Metzingen und der HSG Bad Wildungen sowie um ein Frauen-Pokalspiel des FSV Mainz gegen DJK/MJC Trier am 9. Januar 2010. Der Handballbund fordert die entstandenen Kosten für Reisen, Honorare, Proben und DNA-Analysen zurück.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Dopingagentur verliert Unschuld

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