Ärzte Zeitung online, 01.09.2010

Palästinenser nehmen Hamas-Mitglieder fest

JERUSALEM/BERLIN (dpa/eb). Nach dem tödlichen Anschlag auf vier israelische Siedler ist die Palästinenserpolizei im Westjordanland entschlossen gegen Mitglieder der radikal-islamischen Hamas vorgegangen.

Aus Hamas-Kreisen verlautete am Mittwochmorgen, die Sicherheitskräfte hätten in der Nacht etwa 50 Verdächtige in Haft genommen. Der militärische Flügel der im Gazastreifen herrschenden Organisation hatte sich zu dem Feuerüberfall bei Hebron im südlichen Westjordanland bekannt.

Der israelische Siedlerrat kündigte unterdessen als Antwort auf den Anschlag das vorzeitige Ende des Baustopps im Westjordanland an. Schon am Abend wolle man die Bauaktivitäten in den Siedlungen wieder aufnehmen.

Hamas-Mitglieder hatten am Dienstagabend in der Nähe von Hebron das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug eröffnet. Dabei kamen zwei Männer und zwei Frauen aus der Siedlung Beit Haggai ums Leben. Die Gemeinde liegt im Westjordanland.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Bluttat am Mittwoch aufs Schärfste. "Einziges Ziel dieses Anschlags ist es, den geplanten Beginn direkter Verhandlungen zu blockieren", sagte Westerwelle nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin. "Ich hoffe, dass alle Seiten die Kraft zu einer besonnenen Reaktion finden und sich nicht vom Weg der Verhandlungen und des Friedens abbringen lassen."

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres sagte am Mittwoch: "Die Terroristen werden nicht siegen. Mit gemeinsamen Kräften werden wir sie übermannen." Man müsse weiter mit jenen Palästinensern verhandeln, die nach Frieden streben, sagte er mit Hinblick auf die geplanten Nahost-Verhandlungen in Washington, die am Donnerstag zunächst mit getrennten Gesprächen offiziell beginnen sollen.

Der Anschlagsort in der Nähe von Hebron.

© Google Maps

Topics
Schlagworte
Panorama (30657)
Organisationen
Google (345)
Personen
Guido Westerwelle (134)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »