Ärzte Zeitung online, 03.09.2010

Britische Biertrinker schauen weniger tief ins Glas

LONDON (dpa). Zu schal oder zu teuer? Die Briten haben im vergangenen Jahr häufig den Griff zum Bier verschmäht und damit Pubs und Brauereien den größten Umsatzrückgang in 60 Jahren eingebrockt. Die britische Brauer- und Pub-Vereinigung teilte am Donnerstag mit, der Alkoholkonsum sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zurückgegangen.

Das ist der größte Einbruch innerhalb eines Jahres seit 1949. Zudem sei es der vierte Rückgang binnen fünf Jahren. Im Vergleich zu 2004 hätten die Trinker auf der Insel im vergangenen Jahr 13 Prozent weniger gebechert.

Der Vereinigung zufolge ist Bier immer noch das Hauptgetränk in den zahllosen Pubs Großbritanniens, aber auch in Restaurants und Hotels. Der Gerstensaft mache 60 Prozent des Alkoholausschanks aus. Mit 17 Milliarden Pfund (ca. 20 Milliarden Euro) ist Bier jedoch nur zu 41 Prozent an den Gesamtausgaben der Briten für Alkohol beteiligt.

Die Brauer- und Pub-Vereinigung beklagte die hohen Steuern auf alkoholische Getränke in Großbritannien. Bier werde in Großbritannien zehn Mal höher besteuert als in Deutschland und sieben Mal höher als in Frankreich. Ein Pint - mit 0,56 Liter das gängige Gebinde im Königreich - kostet im Durchschnitt 2,95 Pfund bei Lager und 2,35 Pfund bei Bitter. In der Hauptstadt London liegen die Preise um 35 Prozent über denen im Nordosten des Landes.

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