Ärzte Zeitung online, 08.09.2010

Wie Männer beim Tanz Frauenblicke auf sich ziehen

LONDON (dpa). Ausreden gelten nicht mehr. In der Ecke stehen und verschüchtert zuschauen auch nicht. Denn nun ist wissenschaftlich belegt, wie Männer tanzen sollten, um Frauen anzuziehen.

Wie Männer beim Tanz Frauenblicke auf sich ziehen

Männer aufgepasst: Vor allem weite Bewegungen von Kopf, Hals und Torso beim Tanzen bekommen positive Aufmerksamkeit von Frauen!

© Daniel Mock / fotolia.com

Besonders ein gut trainierter Torso, eine flotte linke Schulter und ein flexibler Hals zum Nicken und Schütteln des Kopfes zählen, denn Frau schaut den Erkenntnissen zufolge vor allem auf den Oberkörper. Und auf das rechte Knie und den richtigen "Twist" darin. Zudem sollten alle Bewegungen abwechslungsreich sein.

Das jedenfalls sind die Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten in Göttingen und dem britischen Newcastle ("Biology Letters" der britischen Royal Society).

"Das ist die erste Studie, die objektiv zeigt, was einen guten von einem schlechten Tänzer unterscheidet", sagte der Psychologe Dr. Nick Neave vor dem Erscheinen. Zusammen mit Kristofor McCarty hat er die Forschungen geleitet. Neave ist der Ansicht, dass die Bewegungen eines Mannes einer Frau Signale über seine Gesundheit, Stärke und Fähigkeiten zur Fortpflanzung geben. Bewegungen und Tanz seien auch bei vielen Tierarten Teil des Werbungs-Prozesses um ein Weibchen.

"Männer auf der ganzen Welt haben Interesse daran, herauszufinden, wie sie tanzen müssen, um die Aufmerksamkeit von Frauen zu erregen", meint Neave. "Wenn ein Mann weiß, welche die richtigen Bewegungen sind, kann er Übungsstunden nehmen und seine Chancen, durch seinen Tanzstil eine Frau anzuziehen, erhöhen."

Damit sich die weiblichen Teilnehmer der Untersuchung auch tatsächlich von den Bewegungen, und nicht von anderen Qualitäten der Tänzer leiten ließen, wurde eine besondere Methode angewendet. Zunächst wurden 19 Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren mit einer 3D-Kamera gefilmt, während sie auf einen einfachen Rhythmus tanzten.

Ihre echten Bewegungen wurden dann im Computer auf geschlechtsneutrale, gesichtslose, weiße Figuren übertragen. 35 Frauen sahen den Computermännchen beim Tanzen zu - und bewerteten überraschend übereinstimmend ähnliche Bewegungen als gut oder schlecht.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es einen auffallend starken Konsens darüber zu geben scheint, was ein guter oder schlechter Tanz ist", berichtete McCarty. Frauen schauten demnach auf sehr ähnliche Bewegungsabläufe. Vor allem weite Bewegungen von Kopf, Hals und Torso bekommen positive Aufmerksamkeit. "Daraus schließen wir, dass diese Beobachtungen mit bestimmten Merkmalen assoziiert werden." Allerdings ist hier auch schon die Grenze erreicht und das Geheimnis noch nicht ganz gelüftet: Denn welche Merkmale genau Frauen hinter den Tanzstilen vermuten, das müsse noch genauer herausgefunden werden, kündigten die Forscher an.

Zum Abstract der Studie (Fachzeitschrift muss Artikel freischalten)

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