Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 08.09.2010

Macht Rauchen in der Schwangerschaft die Nachkommen unfruchtbar?

KOPENHAGEN (ple). Rauchen in den ersten Wochen der Schwangerschaft wirkt sich wahrscheinlich auch negativ auf die Fruchtbarkeit der männlichen Nachkommen aus. Das lassen Untersuchungen abgetriebener männlicher Embryonen in Dänemark vermuten.

Macht Rauchen in der Schwangerschaft die Nachkommen unfruchtbar?

Rauchen in der Schwangerschaft ist generell schädlich für Mutter und Ungeborenes, aber besonders in den ersten Wochen.

© Mariagrazia Huaman / fotolia.com

Reproduktionsmediziner um Dr. Anne Grete Byskov von der Universitätsklinik Kopenhagen haben in ihrer Studie Hodengewebe von Embryonen 37 bis 68 Tage nach der Befruchtung untersucht (Human Reproduction online). Insgesamt 24 Hoden wurden analysiert und zugleich die Mütter dazu befragt, ob und wie stark sie während der Schwangerschaft rauchten.

Es stellte sich heraus, dass durch das Rauchen die Zahl der Keimzellen im Hodengewebe signifikant reduziert wurde, und zwar um bis zu 55 Prozent im Vergleich zu Embryonen von Frauen, die während der Schwangerschaft nicht geraucht hatten. Die Reduktion der Keimzellen war um so stärker, je mehr Zigaretten die Frauen während des ersten Trimesters geraucht hatten. Im Median rauchten die Frauen jeden Tag 11 bis 15 Zigaretten. Die Angaben der Frauen wurden anhand der Konzentration von Cotinin, einem Stoffwechselprodukt von Nikotin, im Serum und im Urin überprüft.

Unklar bleibt bisher allerdings, ob der Effekt des Rauchens auf die Keimzellen während der weiteren Embryonalentwicklung anhält, wie die Forscher betonen. Denn Daten dazu für die späteren Phasen der Entwicklung fehlen. Nicht auszuschließen sei, dass die beobachtete Keimzellreduktion nur ein Hinweis auf eine vorübergehende Verlangsamung des Zellwachstums ist.

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