Ärzte Zeitung online, 17.09.2010

UN fordern mehr Geld für Fluthilfe in Pakistan

ROM (dpa). Mehr als sechs Wochen nach Beginn der Jahrhundertflut in Pakistan hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) zu verstärkter finanzieller Unterstützung aufgerufen.

"Niemand konnte das enorme Ausmaß der Katastrophe voraussehen", erklärte dessen Direktorin Josette Sheeran am Freitag am WFP-Sitz in Rom. Besonders Frauen und Kinder seien von der gefährlichen Spirale von Hunger und Unterernährung bedroht. "Wir müssen handeln, und zwar schnell".

Sheeran zufolge hat das WFP seit Anfang August rund 80 Millionen Euro für die dringende Katastrophenhilfe erhalten. 600 Millionen Euro würden gebraucht, um Ernährungs- und Katastrophenhilfe für ein Jahr bis zum Juli 2011 zu sichern.

Nach Schätzungen des WFP brauchen heute mehr als 10 Millionen Menschen in Pakistan direkte Ernährungshilfe. Die am schwersten Betroffenen seien kleine Landwirte und Gruppen wie Frauen, Alte und Kinder.

Nach UN-Angaben leiden mehr als 18 Millionen Pakistaner unter den Folgen der Überschwemmungen, etwa 7 Millionen davon in Sindh. Die Flut war Ende Juli durch heftige Monsunregenfälle ausgelöst worden. Während die Pegel in Nord- und Zentralpakistan inzwischen weitgehend gefallen sind, stehen im Süden noch immer große Gebiete unter Wasser.

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