Ärzte Zeitung online, 19.09.2010

Pelztierzüchter nennt Tierschützer Terroristen

LÜBECK (eb). Der Präsident des deutschen Pelztierzüchterverbandes, Alfons Grosser, hat Tierschützer, die Nerze aus Zuchtfarmen befreit haben, als Terroristen bezeichnet.

Sie "zerstören Existenzen, richten ökologisch gigantischen Schaden in der Fauna an und schrecken nicht einmal davor zurück, Brandsätze in Häuser und Farmen zu werfen", sagte Grosser den am Sonntag erscheinenden "Lübecker Nachrichten".

Der Verbandspräsident erhebt in dem Interview zudem schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die solche Taten nur nachlässig verfolge. "Es muss doch möglich sein, dieser Terroristen habhaft zu werden. Möglicherweise ist dies nicht gewollt", sagte Grosser dem Blatt.

Zugleich widersprach er dem Vorwurf der Tierschützer, die Zuchttiere würden in den Farmen leiden. "Wir quälen keine Tiere", sagte Grosser. Pelze von Nerzen und anderen Tieren seien ein "wertvolles ökologisch nachwachsendes Naturprodukt".

Der 62-jährige Grosser ist Betriebswirt und züchtet nach Angaben der "Lübecker Nachrichten" seit 40 Jahren Nerze. Vor zwei Wochen waren dem Bericht zufolge in einer Zuchtfarm im schleswig-holsteinischen Süderbrarup tausende Nerze entwichen. Zuvor sollen offenbar militante Tierschützer die Gehege geöffnet haben. Rund 400 Tiere habe die Feuerwehr wieder einfangen können.

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