Ärzte Zeitung online, 23.09.2010

Schlägerei am Operationstisch: Chirurg streckt Anästhesist zu Boden

NÜRNBERG (dpa). Während einer Nasenoperation hat ein Chirurg seinem Anästhesisten die Faust ins Gesicht geschlagen. Der Narkosearzt wurde so selbst zum Fall fürs Krankenhaus. Die beiden Ärzte waren in einer Nürnberger Klinik aneinandergeraten, weil der Anästhesist Termine des Hals-Nasen-Ohren-Arztes abgesagt hatte.

Beim juristischen Nachspiel am Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Nürnberg den sichtlich geknickten 44-jährigen Chirurgen zu drei Monaten Haft auf Bewährung. Außerdem muss er 3000 Euro an die Obdachlosenhilfe zahlen.

Der Chirurg schlug so hart zu, dass der Anästhesist durch den Operationssaal flog und gegen eine Wand prallte. Er trug einen geprellten Schädel, eine gezerrte Halswirbelsäule und im Knie ein Innenbandanriss davon. Auch ein Pfleger, der helfen wollte, habe einige Rippenstöße abbekommen, hieß es bei Gericht. Der Patient mit der Nasenkorrektur bekam derweil nichts mit. Er war zum Tatzeitpunkt noch unter Narkose.

Der schlagende Doktor war wohl von sich selbst überrascht. Wie er betrübt mitteilte, habe er freiwillig 7000 Euro an den Kollegen und 2000 Euro an den Pfleger gezahlt und um Entschuldigung gebeten. Auch die Klinik habe er verlassen, seine Praxis in Nürnberg aufgegeben und eine Stelle in München angenommen.

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