Ärzte Zeitung online, 29.09.2010

Weniger Tierarten ausgestorben als befürchtet

SINGAPUR (dpa). Weltweit sind wahrscheinlich viel weniger Säugetierarten ausgestorben als befürchtet. Mehr als ein Drittel der seit dem Jahr 1500 ausgestorben geglaubten Arten seien wiederentdeckt worden, berichten zwei Forscher der australischen Universität von Queensland.

Insgesamt seien 67 der 187 zunächst als ausgestorben erklärten oder lange nicht gesichteten Tiere wieder aufgetaucht.

Nach Angaben der Autoren sterben Arten aus verschiedenen Gründen aus: wenn der Lebensraum etwa durch Abholzen oder Überweidung verloren geht, wenn zu viele Tiere gejagt werden und wenn sich im Verbreitungsgebiet neue Arten ansiedeln oder Krankheiten eingeschleppt werden. Vor allem für Tiere, deren Verschwinden auf einen Verlust des Lebensraums zurückgeführt wird und die einst in einem größeren Verbreitungsgebiet lebten, gibt es Hoffnung: Sie werden am ehesten wieder entdeckt (Proceedings of the Royal Society B online).

"Unsere Ergebnisse, wonach Säugetiere, deren Verschwinden auf den Verlust von Lebensraum zurückgeführt wird, am ehesten wieder entdeckt werden, legen nahe, dass die Zahl der durch Lebensraumverlust ausgestorben geglaubten Tiere wahrscheinlich überschätzt wird", schreiben Dr. Diana Fisher und Dr. Simon Blomberg.

Nötig seien mehrere Expeditionen, um Tiere zu suchen. Andererseits betonen sie: "Naturschutzgelder sind herausgeschmissenes Geld, wenn damit nach Arten gesucht wird, bei denen die Chance auf Wiederentdeckung gleich null ist."

Zum Abstract der Studie (sobald die Fachzeitschrift den Link freigeschaltet hat)

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