Ärzte Zeitung online, 29.09.2010

Erdrutsch begräbt 300 Häuser - Zahlreiche Tote vermutet

MEXIKO-STADT (dpa). Ein Erdrutsch hat im Süden Mexikos rund 300 Häuser verschüttet. Nach tagelangen Regenfällen begrub die Schlammlawine im Bundesstaat Oaxaca am Dienstagmorgen (Ortszeit) Häuser und Hütten, in denen bis zu 1000 Menschen wohnten.

Nach Angaben des Gouverneurs von Oaxaca, Ulises Ruiz, könnten 500 bis 1000 Menschen Opfer geworden sein. Das Unglück geschah nach Angaben des Zivilschutzes in der Gemeinde Santa Maria Tlahuitoltepec rund 70 Kilometer östlich der Hauptstadt Oaxaca, die ein beliebtes Touristenziel ist.

Die mexikanische Regierung sandte Rettungsmannschaften in das nur schwer zugängliche Gebiet. Auch das Militär war im Einsatz. Mehrere andere Bergrutsche versperrten jedoch die Zufahrtsstraßen.

Die 200 Meter breite Erd- und Schlammlawine löste sich nach ersten Angaben am frühen Morgen von dem Bergmassiv Cempoatépetl und stürzte zu Tal. Es lagen zunächst keine offiziellen Angaben über Tote und Verletzte vor.

Aus der Hauptstadt Oaxaca seien Rettungsmannschaften in das Unglücksgebiet unterwegs, hieß es. In Mexiko-Stadt teilte das Innenministerium mit, die Regierung habe Einheiten der Marine, des Heeres, der Bundespolizei und des nationalen Zivilschutzes mit modernem Rettungsgerät geschickt.

In Tlahuitoltepec, das aus mehreren Siedlungen besteht, leben rund 9000 Menschen. Die meisten davon sind Angehörige der Mixe-Indígenas. Sie leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, aber auch vom Bergbau und vom Tourismus.

Im Süden Mexikos und in Zentralamerika regnet es seit Tagen. Zuletzt hat der Tropensturm "Matthew" viele Gebiete der Region überflutet und in den Bergen viele Bergrutsche verursacht. In diesem Jahr sind in der im Mai beginnenden Regenzeit zwischen Panama und Mexiko rund 400 Menschen umgekommen.

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