Ärzte Zeitung online, 29.09.2010

In Deutschland lebender Palästinenser zum Tode verurteilt

BEIRUT (dpa). Ein libanesisches Militärgericht hat einen mutmaßlichen Terroristen zum Tode verurteilt, der sich in Deutschland aufhalten soll.

Prozessbeobachter berichteten am Dienstagabend, das Gericht habe den Palästinenser Anwar Ahmed al-Sedawi wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Sprengstofftransport in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Libanesische Medien hatten im vergangenen Mai gemeldet, al-Sedawi, der nach Einschätzung des Gerichts der Terrorgruppe Fatah al-Islam angehört, habe bis 2008 in dem Palästinenserlager Ain al-Hilweh im Libanon gelebt.

Später soll er, nachdem ihn die libanesischen Behörden über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben hatten, in Berlin verhaftet worden sein. Die Terrorgruppe Fatah al-Islam hatte ihren wichtigsten Rückzugsort bis 2007 in dem libanesischen Palästinenserlager Nahr al-Bared.

Nach viermonatigen Kämpfen mit Verlusten auf beiden Seiten gelang es der libanesischen Armee im Sommer 2007 schließlich, alle Terroristen, die sich in dem Lager verschanzt hatten, zu töten oder festzunehmen. Das Lager wurde dabei fast völlig zerstört. Nach deutschem Recht dürfen Ausländer nicht an ein Land ausgeliefert werden, in dem ihnen die Todesstrafe droht.

Topics
Schlagworte
Panorama (30165)
Organisationen
Interpol (21)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »