Ärzte Zeitung online, 30.09.2010

Opium-Produktion bricht wegen Pflanzenkrankheit ein

KABUL (dpa). Die Produktion von Roh-Opium in Afghanistan wird nach Schätzungen der Vereinten Nationen in diesem Jahr fast um die Hälfte einbrechen. Grund dafür ist nicht etwa der Kampf der Regierung gegen den Drogenanbau sondern eine Erkrankungen der Schlafmohnpflanze.

Wegen der Verknappung des Angebots rechnet das UN-Büro für Kriminalität und Drogen (UNODC) damit, dass der Preis für den Grundstoff für Heroin verglichen mit 2009 auf mehr als das zweieinhalbfache ansteigt. Die Fläche für den Schlafmohnanbau sei seit dem Vorjahr unverändert geblieben, teilte UNODC am Donnerstag mit.

Afghanistan ist der weltweit größte Lieferant von Roh-Opium und war in den vergangenen Jahren regelmäßig für mehr als 90 Prozent der weltweiten Produktion verantwortlich. Der mit Abstand meiste Schlafmohn wird in Provinzen angebaut, in denen die Taliban stark sind, die sich unter anderem durch Drogengelder finanzieren.

"Das untermauert die seit 2007 beobachtete Verbindung zwischen Unsicherheit und Opium-Anbau weiter", hieß es im diesjährgen Opium-Bericht der UNODC zu Afghanistan. Mehr als die Hälfte der landesweiten Anbaufläche liegt in der Taliban-Hochburg Helmand.

In der nordostafghanischen Provinz Badachschan, in der deutsche Soldaten stationiert sind, hat sich die Anbaufläche fast verdoppelt. Außer Badachschan sind alle anderen Provinzen im nord- und nordostafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr nach UN-Standards frei vom Schlafmohnanbau. Wie im vergangenen Jahr wurde 2010 in 20 der 34 afghanischen Provinzen kein Mohn kultiviert.

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