Ärzte Zeitung online, 06.10.2010

Seit Jahren weniger Spenden für Lepra-Hilfswerk

WÜRZBURG (dpa). Seit einigen Jahren sinken die Spendeneinnahmen bei der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Im vergangenen Jahr nahm das Hilfswerk rund 12,7 Millionen Euro ein, 2002 waren es noch etwa 5 Millionen Euro mehr.

Die Krankheit sei in Deutschland kein Thema, sagte DAHW-Sprecher Jochen Hövekenmeier am Dienstag zu dieser Entwicklung. Daher werde das Leid der Betroffenen, die meisten kommen aus Indien und Brasilien, hierzulande kaum wahrgenommen. Seinen Worten zufolge spenden die Menschen eher für Organisationen wie Greenpeace und Co, die mit spektakulären Aktionen in den Schlagzeilen sind.

Lepra ist eine Bakterieninfektion der Haut und des Nervensystems. Auch Tuberkulose spiele in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine geringe Rolle, weil bundesweit jährlich nicht einmal 5000 Menschen die Infektionskrankheit bekämen. Tuberkulose wurde früher auch Schwindsucht genannt und ist mit Antibiotika heilbar.

Die Hilfsorganisation wurde 1957 gegründet. In 32 Ländern werden derzeit 287 Projekte gefördert.

Jahresbericht der DAHW

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »