Ärzte Zeitung online, 08.10.2010

Friedensnobelpreis für inhaftierten chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo

OSLO (dpa). Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an Liu Xiaobo Das teilte das Nobelkomitee in Oslo am Freitag mit. Der inhaftierte chinesische Bürgerrechtler ist auch Ehrenvorsitzer des PEN-Clubs unabhängiger chinesischer Schriftsteller.

Der 54-jährige Dissident ist einer der führenden Köpfe hinter der "Charta 08", dem Appell für Demokratie und Menschenrechte in China. Das Manifest wurde im Dezember 2008 aus Anlass des 60. Jahrestages der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen veröffentlicht und sieht sich in der Tradition der Charta 77 der früheren tschechoslowakischen Dissidenten.

Unter dem Vorwurf der "Untergrabung der Staatsgewalt" wurde Liu Xiaobo im Dezember 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt. Der frühere Literaturdozent saß davor schon zweimal in Haft: Wegen seiner Beteiligung an der blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung 1989 kam er zwei Jahre in Haft, 1996 musste er wegen seiner Aktivitäten für drei Jahre in ein Umerziehungslager.

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