Ärzte Zeitung online, 13.10.2010

Rettung in Chile - Liveticker

SAN JOSÉ (dpa). Es ist eine der spektakulärsten Rettungsaktionen in der Geschichte des Bergbaus. Seit der Nacht zum Mittwoch wurden die verschütteten Bergleute in Chile zurück an die Oberfläche geholt. Nun sind alle Kumpel an der Oberfläche, die Ereignisse überschlugen sich förmlich.

Rettung in Chile - Liveticker

Jubel in Chile: immer mehr Bergleute werden zurück an die Oberfläche geholt.

© dpa

Alle 33 Bergleute sind seit 3 Uhr deutscher Zeit gerettet.

00.32 Uhr (05.32 Uhr deutscher Zeit) Nach der erfolgreichen Bergung der 33 Minenarbeiter hat auch der letzte der sechs Retter den Stollen verlassen. Damit war die spektakuläre Rettungsaktion in der Atacama-Wüste in der Nacht zum Donnerstag nach etwas mehr als 24 Stunden abgeschlossen. Die Erstretter, darunter mehrere Marine-Soldaten, waren zu Beginn der Bergung in die Tiefe hinabgefahren, um die Kumpel für die Auffahrt zu instruieren.

21.55 Uhr (02.55 Uhr) Mission erfüllt: In Chile sind alle 33 Minenarbeiter gerettet. Als letzter Kumpel kam Luis Urzúa Iribarren in der Rettungskapsel Phönix aus mehr als 600 Meter Tiefe an die Oberfläche. Seine Ankunft wurde mit Applaus und Liedern gefeiert. Die beispiellose Aktion zur Befreiung der Minenarbeiter dauerte keine 24 Stunden. Jetzt müssen noch die letzten Rettungskräfte aus der Mine wieder hochgezogen werden.

21.28 Uhr (02.28 Uhr) Nur noch einer ist unten: Als 32. und damit Vorletzter der 33 Bergleute ist Ariel Ticona Yañez an der Oberfläche. Der 29-Jährige r war während seiner Zeit im unterirdischen Verlies Vater geworden - seine Tochter nannte er Esperanza, das spanische Wort für Hoffnung. Mit seiner Rettung stand fest, dass die Bergung der Kumpel weit vor Mitternacht chilenischer Zeit zu Ende geht. Die bislang perfekt verlaufene Aktion dauerte damit seit ihrem Start keine 24 Stunden.

21.02 Uhr (20.34 Uhr) In Chile nähert sich die Rettungsaktion dem Ende. Nur noch zwei Bergarbeiter sind noch im Schacht. Pedro Cortéz Contreras entstiegt als 31. Kumpel der Phönix-Rettungskapsel. Der 25-Jährige hatte bei einem Unfall in der Mine vor rund einem Jahr einen Finger verloren.

20.34 Uhr (01.34 Uhr) Nun wird rückwärts gezählt: Raúl Bustos Ibáñez ist an der Oberfläche. Nun sind es nur noch drei Bergleute. Der 40-Jährige hatte im Februar das Erdbeben in Chile überlebt und sich von seinem neuen Job in der Mine eigentlich ein bisschen mehr Ruhe versprochen.

20.13 Uhr (01.13 Uhr) Juan Carlos Aguilar Gaete ist der 29. der geretteten Bergleute. Der 49-Jährige arbeitet schon seit 20 Jahren im Bergbau und war selber schon öfter als Retter bei Grubenunglücken im Einsatz. Nach den Minenarbeitern müssen noch mehrere Retter wieder nach oben geholt werden.

19.44 Uhr (00.44 Uhr) Die Rettungsaktion in Chile nähert sich ihrem glücklichen Ende. Als Nummer 28 kehrte Richard Villarroel Godoy sicher an die Oberfläche zurück. Die Frau des 27-Jährigen erwartet für Ende November ein Kind. Auch er trug wie einige seiner Kollegen ein T-Shirt, auf dem er Gott für die Rettung dankte. "Gracias Señor, thank you Lord" ("Danke, Herr") stand darauf geschrieben.

19.18 Uhr (00.18 Uhr) Kumpel Nummer 27 ist Franklin Lobos Ramírez. Der Anfang-Fünfziger ist Ex-Fußballstar und hatte in der Mine als Fahrer gearbeitet.

18:51 Uhr (23.51 Uhr) Claudio Acuña Cortés ist sicher an die Oberfläche zurückgekehrt. Die Rettungsaktion für die Kumpel geht damit allmählich in die Endphase. Möglicherweise wird der letzte Bergarbeiter gegen Mitternacht (5 Uhr deutscher Zeit) gerettet

18:24 Uhr (23.24 Uhr) Die Rettungsaktion in Chile kommt voran: Kumpel Nummer 25 an der Oberfläche ist Renán Ávalos Silva. Der knapp 30-Jährige ist der jüngere Bruder von Florencio Àvalos, der als Erster aus der Mine befreit wurde. Er arbeitete erst vier Monate in der Mine. Zuvor war er im Weinbau tätig.

17:59 Uhr (22.59 Uhr) José Henríquez González ist als 24. sicher aus der Mine aufgefahren. Der Mittfünfziger ist eine lebende Schnapszahl: Er ist 33 Jahre verheiratet, arbeitet 33 Jahre in der Mine und ist einer von 33 Eingeschlossenen. Auch er wurde am Ausgang des über 600 Meter langen Rettungsschachtes von Angehörigen und Chiles Präsident Sebastián Piñera erwartet.

17:33 Uhr (22.33 Uhr) Halb sechs zogen die Rettungskräfte Carlos Bugueño Alfaro aus der schmalen Stahlkapsel. Bevor er Minenarbeiter wurde, war er Wachmann gewesen. Mittlerweile rechnen die Retter damit, dass die spektakuläre Aktion in der Atacama-Wüste möglicherweise noch vor Mitternacht (fünf Uhr deutsche Zeit) erfolgreich beendet werden kann.

17:04 Uhr (22.04 Uhr) Samuel Ávalos Acuña ist der 22. Kumpel an der Oberfläche. Der Anfang-40-Jährige war zuvor Straßenverkäufer gewesen und hatte durch die Arbeit in der Mine auf ein besseres Leben gehofft.

16.32 Uhr (21.32 Uhr) Bei der Rettungsaktion läuft weiter alles glatt: Johnny Barrios Rojas stieg als 21. aus der Rettungskapsel. Der 50-Jährige galt als der "Krankenpfleger" unter Tage, weil er sich schon als Kind grundlegendes medizinisches Wissen angeeignet hatte. Seine Mutter war nämlich Diabetikerin.

15.59 Uhr (20.59 Uhr) Nummer 20, Darío Segovia Rojo, ist aus dem Unglücksbergwerk sicher nach oben geholt worden. Der Endvierziger hatte schon im Alter von acht Jahren mit der Arbeit im Bergbau begonnen. Oben empfing ihn seine Familie.

15.29 Uhr (20.29 Uhr) Pablo Rojas Villacorta ist Nummer 19 der geretteten Bergleute. Der rund vierzig Jahre alte Bergmann arbeitete erst seit kurzem in der Mine. Er ist sehr stolz auf seinen Sohn, der Medizin studiert.

14.49 Uhr (19.49 Uhr) Als Kumpel Nummer 18 ist Esteban Rojas Carrizo wieder an die Oberfläche zurückgekehrt. Der Mittvierziger hatte seiner Frau noch unter der Erde per Botschaft eine kirchliche Trauung versprochen.

13.39 Uhr (18.39 Uhr) Mehr als die Hälfte der Bergleute ist in Sicherheit: Als Kumpel Nummer 17 der 33 eingeschlossenen Männer kehrte Omar Reygadas Rojas an die Oberfläche zurück. Die weltweit mit Spannung verfolgte Rettungsaktion lief bisher wie am Schnürchen. Rojas ist Witwer und arbeitet seit drei Jahrzehnten im Bergbau. Verschüttet war er zuvor schon dreimal.

12.50 Uhr (17.50 Uhr) Der 33 Jahre alte Daniel Herrera Campos ist der 16. gerettete Kumpel.

12.09 Uhr (17.09 Uhr) Der 15. Bergmann, Víctor Segovia, kam zur Mittagszeit per Rettungskapsel nach oben. Der fast 50-Jährige schrieb im Stollen Tagebuch.

11.28 Uhr (16.28 Uhr) Als 14. Kumpel ist Víctor Zamora aus dem Bergwerk in Chile gerettet worden. Der etwa Mitte 30-Jährige schrieb unter Tage Gedichte.

10.54 Uhr (15.54 Uhr) Sein Platz auf der Rettungsliste war kein schlechtes Vorzeichen: Als Kumpel Nummer 13 hat auch Carlos Barrios Contreras sicher die Erdoberfläche an der Unglücksmine in Chile erreicht. Der knapp 30-Jährige war einer der Schichtleiter in dem Gold- und Kupferbergwerk.

10.11 Uhr (15.11 Uhr) Edison Peña ist der zwölfte gerettete Kumpel. Der Mittdreißiger ist der "Sportler" der Gruppe. Er legte täglich fünf bis zehn Kilometer laufend in den Gängen der Mine zurück. Ein hunderte Meter langer unzerstörter Tunnel diente als Laufstrecke.

09.31 Uhr (14.31 Uhr) Rund neun Stunden nach dem Start der Rettungsaktion ist mit Jorge Galleguillos der elfte Bergmann gerettet worden. Neben dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera war auch der bolivianische Präsident Evo Morales anwesend. Der Mittfünfziger Galleguillos leidet an Bluthochdruck. Seit seinem 15. Lebensjahr arbeitet er als Bergmann.

08.52 Uhr (13.52 Uhr) Alex Vega, rund 30 Jahre alt, ist der zehnte gerettete Kumpel. Er ist seit neun Jahren Bergmann. Etwa 30 Angehörige warteten im Lager Esperanza auf seine Rückkehr.

07.59 Uhr (12.59 Uhr) Mario Gómez, der neunte gerettete, ist mit rund 60 Jahren der Älteste der Gruppe. Seit seinem 12. Lebensjahr arbeitet er im Bergbau.

07.02 Uhr (12.02 Uhr) Mit dem achten geretteten Bergmann steht eine Hochzeit an: Claudio Yáñez hatte seiner Freundin versprochen, sie nach der Rettung zur Frau zu nehmen. Der Mittdreißiger hatte erst seit rund acht Monaten in der Mine gearbeitet.

06.21 Uhr (11.21 Uhr) Der Mittvierziger José Ojeda erreichte weniger als eine Stunde nach Araya die Oberfläche. Der Diabetiker hatte die erste Überlebensbotschaft aus der Tiefe geschrieben.

05.34 Uhr (10.34 Uhr) Osman Araya, rund 30 Jahre alt, ist an der Oberfläche. Er hatte erst seit vier Monaten in der Mine gearbeitet, als das Unglück geschah. Er weinte und drückte seine Frau lange und fest.

04.10 Uhr (09.10 Uhr) Jimmy Sánchez, der mit 19 Jahren jüngste Bergmann der Gruppe, steigt aus der Kapsel. Anders als die zuvor Geretteten wirkt er sichtlich angeschlagen.

03.08 Uhr (08.08 Uhr) Der Bolivianer Carlos Mamani, einziger Nicht-Chilene unter den Verschütteten, ist wieder oben. Seine Frau schließt ihn in die Arme.

02.08 Uhr (07.08 Uhr) Juan Illanes verlässt nach 69 Tagen in der Tiefe die Kapse.l

01.40 Uhr (06.40 Uhr) Ankunft im Schacht.

01.21 Uhr (06.21 Uhr) Der dritte Helfer macht sich auf den Weg in die Tiefe.

01.09 Uhr (06.09 Uhr) Der zweite Kumpel ist zurück an der Erdoberfläche, begrüßt von Ehefrau Elvira.

00.55 Uhr (05.55 Uhr) Bergmann Mario Sepúlveda fährt nach oben, nimmt Gesteinsproben mit.

00.43 Uhr (05.43 Uhr) Sanitäter trifft in 622 Metern Tiefe ein.

00.30 Uhr (05.30 Uhr) Präsident Piñera hält Dankesrede.

00.27 Uhr (05.27 Uhr) nach Behebung kleiner technischer Probleme an der Kapsel wird ein Rettungssanitäter in den Schacht herabgelassen.

00.10 Uhr (05.10 Uhr) Rettungskapsel mit Florencio Ávalos erreicht die Erdoberfläche, begleitet von Jubelrufen und Freudentränen der Familie.

23.55 Uhr (04.55 Uhr) Kapsel startet mit dem ersten Bergmann.

23.35 Uhr (04.35 Uhr) Rettungskapsel mit Manuel Gonzalez erreicht die Kumpel, Freudenszenen im Schacht.

23.13 Uhr (04.13 Uhr) Erster Retter wird zu den Eingeschlossenen herabgelassen, Präsident Sebastián Piñera und Helfer singen die chilenische Hymne.

21.30 Uhr (02.30 Uhr) Leere Kapsel wird für Test in den Schacht gelassen.

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