Ärzte Zeitung, 21.10.2010

Pädiater beschäftigen sich mit NS-Vergangenheit

Eine Ausstellung dokumentiert Verwicklungen.

POTSDAM (ras). Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat das Schicksal vieler jüdischer Kinderärzte zwischen 1933 und 1945 aufgearbeitet und sich kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt.

1940 wurden die ersten "Kinderfachabteilungen" zur Ermordung kranker und behinderter Kinder eingerichtet, in denen mehr als 5000 Kinder und Jugendliche starben. Insgesamt sind über 10 000 Kinder bis 1945 Opfer der ideologischen Programme zur Vernichtung des so genannten "lebensunwerten Lebens" geworden. In vielen Fällen waren auch Pädiater an der Meldung, Begutachtung und Tötung der Kinder beteiligt.

Bei einer Gedenkveranstaltung in Potsdam stellte sich die DGKJ in bemerkenswert offener Weise dieser Verantwortung: In einer Erklärung verlas DGKJ-Präsident Fred Zepp die Anerkennung von Schuld und Mitwirkung der Kinderheilkundler an den NS-Medizinverbrechen.

In Potsdam wurde die Ausstellung "Im Gedenken der Kinder" präsentiert, die die Verwicklung der Kinderheilkunde dokumentiert. Ab Januar 2011 soll sie im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam öffentlich gezeigt werden.

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