Ärzte Zeitung online, 22.10.2010

Sexuelle Gewalt von Jugendlichen öfter angezeigt

MÜNCHEN (dpa). Immer häufiger wird sexuelle Gewalt unter Jugendlichen angezeigt. Von 2000 bis 2005 sei die Zahl der angezeigten Tatverdächtigen in Deutschland um 100 Prozent gestiegen, sagte Birgit Kohlhofer am Freitag bei einer Veranstaltung des Vereins "Power-Child" in München.

Deutschlandweit sei im Jahr 2005 bei 2100 Kindern und Jugendlichen sexueller Missbrauch an Kindern registriert oder angezeigt worden, zitierte die Psychologin in ihrem Buch "Ernst machen" Statistiken des Bundeskriminalamtes.

Die Dunkelziffer liege aber vermutlich wesentlich höher. Sexuelle Gewalt sei eine sehr starke Grenzverletzung und besonders demütigend. Deshalb sei es für die Opfer oft sehr schwer, die Tat zu melden. "Es fällt leichter, jemanden anzuzeigen, der einen Lutscher klaut als jemanden, der sexuellen Missbrauch begangen hat", sagte Kohlhofer.

Sexuelle Gewalt zu stoppen sei möglich, wenn man die Anzeichen rechtzeitig erkennt. Ungleiche Beziehungen und Machtverhältnisse in einer Gruppe könnten beispielsweise Alarmsignale sein. "Bei sexueller Gewalt geht es um Machtausübung und weniger um den sexuellen Akt", erläuterte Kohlhofer.

Man könne Kindern beibringen, sich selbst zu schützen. "Power-Child leistet deutschlandweit Präventionsarbeit gegen sexuelle Gewalt unter Jugendlichen und bietet auch Fortbildungen für Fachleute an.

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