Ärzte Zeitung online, 25.10.2010

Ehrlich-Preis für Biomediziner Montecucco

FRANKFURT/MAIN (dpa). Der Chemiker und Biologe Professor Cesare Montecucco (62) erhält den mit 100 000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2011.

Mit der hochrangigen Auszeichnung wird der Biomediziner von der italienischen Universität Padua für seine herausragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet bakterieller Erkrankungen wie Tetanus geehrt. Das teilten die Frankfurter Universität und die Paul Ehrlich-Stiftung am Montag mit.

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis gehört zu den international renommiertesten Auszeichnungen, die in Deutschland auf dem Gebiet der Medizin vergeben werden. Die Auszeichnung wird am 14. März 2011, dem Geburtstag von Paul Ehrlich (1854-1915), in der Paulskirche in Frankfurt verliehen.

Der mit 60 000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an den Dresdner Biophysiker Dr. Stephan Grill. Der 36 Jahre alte Forscher mehrerer Max-Planck-Institute wird für seine Beiträge in der Zellbiologie ausgezeichnet.

Grill hat eine Methode entwickelt, mit der die mechanischen Kräfte in lebenden Zellen gemessen werden können. Mit Hilfe eines Lasers kann er nach Angaben der Jury bestimmte Zellstrukturen minimal-invasiv zerstören.

Der international renommierte Pathologie-Professor Montecucco beschäftigt sich mit Krankheiten, die von Bakterien verursacht werden wie Tetanus, Milzbrand, Botulismus und Erkrankungen des Verdauungstrakts. Für seine Erforschung der Infektionskrankheiten wurde der 62-Jährige bereits mehrfach ausgezeichnet.

Beim Wundstarrkrampf (Tetanus), der muskelsteuernde Nervenzellen befällt und unbehandelt tödlich enden kann, erforschte Montecucco, wie das Tetanus-Nervengift die tödliche Blockade verursacht.

Mit dem Paul Ehrlicher- und Ludwig Darmstaedter-Preis werden Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich auf dem Forschungsgebiet Ehrlichs besondere Verdienste erworben haben, so etwa der Immunologie, der Krebsforschung und der Mikrobiologie.

Finanziert wird der seit 1952 vergebene Preis vom Bundesgesundheitsministerium, durch Unternehmensspenden und vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller.

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