Ärzte Zeitung online, 01.11.2010

Thüringen: Erdloch verschluckt Auto

SCHMALKALDEN (dpa). Ein etwa 40 mal 30 Meter großer Krater ist mitten in einem Wohngebiet im thüringischen Schmalkalden aufrissen und hat ein Auto verschluckt.

Wie ein Polizeisprecher vor Ort am Montag mitteilte, brach die Erde in der Nacht zum Montag gegen 3 Uhr morgens auf. Ein Anwohner in der Einfamilienhaussiedlung habe "Geräusche" gehört und die Polizei alarmiert. Es gebe keine Vermissten oder Verletzten.

23 Menschen mussten ihre Häuser bisher vorübergehend verlassen. Derzeit seien fünf Häuser evakuiert. Weitere Evakuierungen sollen nach Angaben eines Polizeisprechers im Laufe des Vormittags folgen.

Zur Tiefe des Lochs mitten auf der Straße wollte die Polizei am Vormittag keine genauen Angaben machen. In ersten Meldungen wurde es auf rund 20 Meter geschätzt. Bürgermeister Thomas Kaminski sagte dem "MDR": "Das übersteigt jede Vorstellung."

Um einen Überblick zu bekommen, sei ein Hubschrauber gestartet, der Luftaufnahmen vom Unglücksort mache und die genaue Größe des Loches vermessen solle. Die Ursache des Kraters war zunächst unbekannt. Ein Experte des Landesbergamtes ist am Unglücksort und soll mit der Untersuchung beginnen.

Ein ähnlicher Erdfall sorgt seit Jahren im rund 40 Kilometer entfernten Tiefenort in der dortigen Kali-Bergbauregion für Probleme und machte fünf Häuser unbewohnbar. Außer in Bergbauregionen sind Erdfälle auch in Karstgebieten häufiger, wo zuletzt bei Bad Frankenhausen ein großes Stück Acker zwölf Meter in die Tiefe sackte.

Ein Großaufgebot der Polizei und Feuerwehr ist in Schmalkalden im Einsatz. Aus Sorge vor weiteren Erdbewegungen sei der Bereich weiträumig abgesperrt worden. Nach einem Stromausfall wegen des Erdfalls seien Gas und Wasser abgestellt worden. "Es ist aber keine größere Hektik entstanden. Die Leute sind den Umständen entsprechend recht ruhig", sagte eine Polizeisprecherin.

Topics
Schlagworte
Panorama (30661)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »